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Die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen erfordert nicht nur fachliches Wissen und Einfühlungsvermögen, sondern bietet auch unterschiedliche Verdienstmöglichkeiten. Je nach Beruf – von Integrationserziehern über Alltagsbegleiter bis hin zu Gebärdensprachdolmetschern – schwanken die Gehälter erheblich. Wesentliche Einflussfaktoren sind dabei die Ausbildung, Berufserfahrung, Verantwortung im Arbeitsalltag sowie die Art der Einrichtung und der zugrunde liegende Tarifvertrag. Leitungsfunktionen, Spezialisierungen und Tarifbindung können das Einkommen spürbar erhöhen. Im folgenden Artikel werden die Gehälter der wichtigsten Berufsgruppen detailliert dargestellt und erläutert, welche Faktoren den Verdienst bestimmen.
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Berufe mit Menschen mit Behinderungen – Welche Faktoren beeinflussen das Gehalt?
Die Verdienstmöglichkeiten in der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen hängen von mehreren Faktoren ab. Besonders wichtig sind Bildung und berufliche Erfahrung: Wer über eine anerkannte Ausbildung, Zusatzqualifikationen oder langjährige Praxis verfügt, wird häufig höher eingruppiert und erhält entsprechend mehr Gehalt.
Darüber hinaus spielen Region, Stadt und Bundesland eine wesentliche Rolle. In Großstädten werden in der Regel höhere Löhne gezahlt als in strukturschwächeren Regionen. Auch Geschlecht und Alter haben weiterhin Einfluss. Zusätzlich zählen Unternehmensgröße und Trägerschaft zu den entscheidenden Rahmenbedingungen. Große Einrichtungen mit Tarifbindung – insbesondere öffentliche oder kirchliche Träger – zahlen in der Regel besser als kleine, private Arbeitgeber.
Diese Tarifverträge gelten für diese Berufsgruppe
Am häufigsten kommt der TVöD SuE (Sozial- und Erziehungsdienst) zur Anwendung. Hier reicht die Eingruppierung von S2 bis S18, wobei die Entgeltgruppen S5, S6 und S10 inzwischen weggefallen sind. Jede Entgeltgruppe umfasst sechs Erfahrungsstufen.
Ebenfalls häufig findet sich die TVöD-Pflege-Tabelle (TVöD-P), die vor allem für Alltags- und Assistenzberufe gilt. Sie umfasst die Entgeltgruppen P5 bis P16. Während P5 und P6 jeweils sechs Stufen haben, beginnen die höheren Pflege-Entgeltgruppen erst ab Stufe 2, wodurch der direkte Einstieg meist schon über dem Mindestniveau liegt.
Etwas seltener ist die Eingruppierung nach dem TVöD VKA (Tarifvertrag der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände). Hier wird in die allgemeinen Entgeltgruppen E1 bis E15Ü eingestuft. Dieser Tarifbereich ist vor allem dann relevant, wenn die Tätigkeiten nicht eindeutig dem sozialen oder pflegerischen Bereich zugeordnet sind.
Was kann man mit einer Ausbildung in Berufen mit Menschen mit Behinderung verdienen?
Die Unterstützung im Alltag von Menschen mit Behinderungen spielt eine zentrale Rolle für ein selbstbestimmtes Leben. Dabei gibt es zahlreiche Berufe, die über eine klassische schulische Ausbildung erlangt werden können. Dies sind beispielsweise Alltagshelfer, Alltagsbegleiter und Alltagsbetreuer, die weitgehend identische Aufgaben im Berufsalltag übernehmen. Aus diesem Grund ist auch ihr Verdienst sehr ähnlich. Alle drei Berufe erzielen ein monatliches Gehalt von durchschnittlich 2.791 Euro.
Sind Fachpersonen dieser Berufsgruppen im öffentlichen Dienst tätig, wird ihr Gehalt oft im TVöD-P, also in der Pflege-Tabelle des Tarifvertrags, festgesetzt. Dort richtet es sich je nach Verantwortungs- und Tätigkeitsbereich typischerweise nach den Entgeltgruppen P5 oder P6. In der P5 liegt das Gehalt zwischen 2.828 Euro und 3.530 Euro. Die Gruppe P6 ermöglicht ein Gehalt zwischen 2.930 Euro und 3.904 Euro.
In der Haus- und Familienpflege liegt das mittlere Gehalt bei 3.097 Euro monatlich. In der Heilerziehung zeigen sich Unterschiede zwischen der Ausbildungsdauer: Nach der verkürzten Ausbildung des Heilerziehungspflegehelfers können Berufstätige im Schnitt mit 2.640 Euro monatlich rechnen, während die tiefergehende Ausbildung zum Heilerziehungspfleger zu einem mittleren Gehalt von 3.241 Euro monatlich führt.
Mehr Informationen dazu gibt es hier:
- Gehalt Alltagsbetreuer
- Gehalt Alltagsbegleiter
- Gehalt Alltagshelfer
- Gehalt Haus- und Familienpfleger
- Gehalt Heilerziehungspflegehelfer
- Gehalt Heilerziehungspfleger
Alltagsbegleiter/in Stellenangebote
Was kann man mit einem Studium in Berufen mit Menschen mit Behinderung verdienen?
Fachkräfte, die mit Menschen mit Behinderung arbeiten und ein Studium absolviert haben, sind zum Beispiel als Gebärdensprachdolmetscher oder Sonderpädagogen tätig. Diese Personen erzielen im Vergleich mit anderen Tätigkeiten im Berufsfeld ein eher hohes Gehalt. So verdienen Sonderpädagogen monatlich im Mittel 4.449 Euro brutto, während Gebärdensprachdolmetscher mit durchschnittlich 3.906 Euro pro Monat etwas darunter liegt.
In öffentlichen Einrichtungen zeigt sich ein noch deutlicherer Unterschied. Der Verdienst von Gebärdensprachdolmetscher wird hier oft im TVöD-VKA in der Entgeltgruppe E14 geregelt. Der Verdienst der Fachkräfte liegt hier zwischen 5.153 und 7.346 Euro pro Monat. Verbeamtete Sonderpädagogen werden in der Regel in die Entgeltgruppe A13 des TVöD eingestuft, was ein Einstiegsgehalt von rund 4.800 bis 5.300 Euro brutto monatlich bedeutet.
Weitere Infos zu den Gehältern nach einem Studium in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung findest Du hier:
Weitere Gehälter in Berufen mit Menschen mit Behinderung findest du hier:
Was kann man mit einer Weiterbildung in Berufen mit Menschen mit Behinderung verdienen?
Fachkräfte, die in Berufen mit Menschen mit Behinderung tätig sind, für die eine Weiterbildung absolviert werden muss, verdienen im Schnitt meist zwischen 3.400 und 4.300 Euro brutto pro Monat. Die Gehälter der einzelnen Berufe ähneln sich im Mindest-, mittleren und Maximalverdienst, da die Fachkräfte meist in die gleichen Entgeltgruppen bei tarifvertraglicher Regelung fallen. Für das Gros gelten hier die Gehaltsgruppen S8a, S8b oder S9 des TVöD SuE. In S8a variieren die Gehälter zwischen 3.413 Euro und 4.541 Euro, während in S8b 3.481 Euro bis 5.049 Euro möglich sind.
Beschäftige, deren Verdienst nicht in Tarifverträgen festgehalten ist, erhalten ebenfalls ähnliche Gehälter. So liegt das mittlere Monatsgehalt von Integrationserziehern liegt beispielsweise bei 3.791 Euro, während das von Integrationsfachkräften im Schnitt bei 3.869 Euro liegt. Inklusionsbeauftragte verdienen im Mittel ebenfalls 3.869 Euro monatlich.
Detaillierte Infos zu den Gehältern der Weiterbildungsberufe im der Arbeit mit Menschen mit Behinderung findest Du hier:
Wie kann man sein Gehalt in Berufen mit Menschen mit Behinderung steigern?
Fachkräfte in diesem Berufsfeld können ihr Gehalt vor allem dann steigern, wenn sie Führungsrollen übernehmen. Führungspositionen in Berufen mit Menschen mit Behinderungen tragen die Verantwortung für die Organisation des Alltags in Wohnangeboten für Menschen mit Behinderungen – inklusive Teamführung, Dienstplanung und Qualitätssicherung.
Die Verdienstmöglichkeiten für Wohngruppenleiter liegen beispielsweise zwischen 3.342 Euro und 5.342 Euro, der Median beträgt 4.042 Euro. Im öffentlichen Dienst erfolgt die Eingruppierung häufig nach TVöD SuE ab Entgeltgruppe S15, wo 4.000 Euro bis 5.665 Euro möglich sind – abhängig von Erfahrung und Leitungsumfang. Das mittlere Gehalt von Heim- und Einrichtungsleitern liegt sogar bei 5.221 Euro pro Monat.
Ausführlichere Informationen zum Gehalt in leitenden Funktionen gibt es hier:
Inklusionsbeauftragte/r Stellenangebote
Weitere Gehälter kannst Du nach Berufsgruppe hier filtern:
Passende Jobs im Berufsfeld
Passende Jobs mit Menschen mit Behinderung gibt es bei Sozial-Karriere. Hier gibt es Jobs als Integrationserzieher, Stellenangebote als Wohngruppenleitung, Integrationshelfer-Stellen und viele mehr.
Häufige Fragen
- Wie viel verdient man, wenn man mit Menschen mit Behinderung arbeitet?
- Welche Berufe arbeiten mit behinderten Menschen?
Das Gehalt variiert stark je nach Beruf, Qualifikation und Tarifvertrag: Es reicht von ca. 2.791 Euro für Ausbildungsberufe bis zu über 5.000 Euro für spezialisierte Fachkräfte. In Einrichtungen mit Tarifvertragbindung fällt es oft höher aus.
Zu den typischen Berufen zählen Integrationserzieher, Integrationsfachkräfte, Integrationsbeauftragte, Alltagshelfer, Alltagsbegleiter, Alltagsbetreuer sowie Gebärdensprachdolmetscher. Sie arbeiten in Schulen, Werkstätten, Pflegeeinrichtungen oder in der Alltagsbetreuung.








