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Die Berufswelt in Kirche und Religion ist vielseitiger, als viele vermuten: Sie reicht von praktischen Ausbildungsberufen über theologische Studiengänge bis hin zu spezialisierten Weiterbildungen und leitenden Ämtern. Ob in der Seelsorge, in sozialen Einrichtungen, in der Verwaltung oder in liturgischen Diensten – die Tätigkeiten unterscheiden sich deutlich in Anforderungen, Verantwortung und Gehaltsperspektiven. Gleichzeitig spielen kirchliche Tarifwerke, Besoldungssysteme und der jeweilige Träger eine große Rolle für die spätere Vergütung. Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick über typische Berufswege, Einstiegsgehälter und Entwicklungsmöglichkeiten im kirchlichen Bereich.
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Welche Faktoren beeinflussen Gehälter in kirchlichen Berufen?
Das Gehalt im Bereich Religion und Kirche hängt stark von Bildung, Qualifikation und absolvieren Weiterbildungen ab – Wer ein theologisches Studium, spezielle Zusatzausbildungen oder kirchliche Laufbahnprüfungen vorweisen kann, steigt schneller in höhere Besoldungs- oder Entgeltgruppen auf. Darüber hinaus spielen auch Alter, Berufserfahrung und teilweise Geschlecht eine Rolle.
Schließlich beeinflusst die Art der Anstellung das Einkommen erheblich: Ob man in einer Landeskirche, einem Bistum, einer Kirchengemeinde oder einer kirchlichen Einrichtung tätig ist, entscheidet häufig darüber, welche Besoldungsordnung oder welcher Tarifvertrag gilt – und damit über die konkrete Höhe des Gehalts.
Diese Tarifverträge gelten für diese Berufsgruppe
Im kirchlichen Bereich gelten – je nach Konfession, Einrichtung und Aufgabenfeld – verschiedene Tarif- und Besoldungssysteme. Besonders verbreitet ist die Kirchliche Arbeits- und Vergütungsordnung (KAVO), die in vielen katholischen Bistümern Anwendung findet und sich in Aufbau und Entgeltgruppen stark am TVöD orientiert. Folgende Tabelle zeigt die aktuelle Gehaltstabelle der KAVO im Sozial- und Erziehungsdienst.
| Entgelt-gruppe | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 4 | Stufe 5 | Stufe 6 |
| S18 | 4.591,95 € | 4.708,94 € | 5.288,55 € | 5.723,21 € | 6.375,22 € | 6.773,65 € |
| S17 | 4.233,84 € | 4.527,84 € | 4.998,73 € | 5.288,55 € | 5.868,09 € | 6.208,58 € |
| S16 | 4.147,17 € | 4.433,68 € | 4.752,42 € | 5.143,62 € | 5.578,29 € | 5.839,11 € |
| S15 | 4.000,66 € | 4.274,25 € | 4.564,08 € | 4.897,32 € | 5.433,43 € | 5.665,23 € |
| S14 | 3.962,44 € | 4.232,66 € | 4.554,71 € | 4.882,30 € | 5.244,56 € | 5.498,11 € |
| S13 | 3.869,68 € | 4.132,98 € | 4.491,62 € | 4.781,38 € | 5.143,62 € | 5.324,74 € |
| S12 | 3.859,50 € | 4.122,07 € | 4.465,71 € | 4.769,97 € | 5.146,70 € | 5.306,08 € |
| S11b | 3.808,48 € | 4.067,31 € | 4.249,15 € | 4.712,82 € | 5.075,04 € | 5.292,38 € |
| S11a | 3.741,49 € | 3.994,28 € | 4.174,59 € | 4.636,51 € | 4.998,73 € | 5.216,07 € |
| S9 | 3.549,30 € | 3.781,54 € | 4.053,20 € | 4.455,27 € | 4.835,59 € | 5.128,99 € |
| S8b | 3.481,39 € | 3.708,79 € | 3.980,49 € | 4.380,82 € | 4.759,33 € | 5.049,51 € |
| S8a | 3.413,85 € | 3.636,31 € | 3.868,50 € | 4.092,49 € | 4.311,44 € | 4.541,67 € |
| S7 | 3.333,59 € | 3.550,19 € | 3.765,70 € | 3.987,31 € | 4.153,80 € | 4.404,69 € |
| S4 | 3.201,81 € | 3.408,76 € | 3.597,33 € | 3.725,30 € | 3.848,61 € | 4.043,12 € |
| S3 | 3.034,89 € | 3.229,62 € | 3.410,78 € | 3.577,12 € | 3.653,23 € | 3.744,14 € |
| S2 | 2.829,14 € | 2.948,41 € | 3.036,64 € | 3.132,45 € | 3.240,19 € | 3.347,95 € |
Gültig von 01.04.2025 bis 30.04.2026
In der evangelischen Kirche kommen oft Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) oder landeskirchliche Regelwerke zum Einsatz, die ebenfalls Stufen- und Gruppenmodelle nutzen. Für Pfarrer gilt überwiegend das Pfarrbesoldungsgesetz, das sich an den Beamtenbesoldungsgruppen A13 bis A16 orientiert. Je nach Verantwortung, Leitungsaufgaben und Dienstjahren steigt man innerhalb der Stufen automatisch auf. Auch für kirchliche Angestellte – etwa in Verwaltung, Seelsorge oder Kirchenmusik – regeln diese Tarifwerke klar, wie Berufserfahrung, Weiterbildung und Funktionszuweisungen zu höheren Entgeltgruppen und damit zu besseren Gehältern führen.
Gehälter in kirchlichen Berufen – Ausbildungsvergütung
Ausbildungen im kirchlichen Bereich können schulisch oder dual organisiert sein. Schulische Ausbildungen werden in der Regel nicht vergütet, während duale Ausbildungen – mit Praxisteilen im Betrieb und Unterricht in der Berufsschule – ein Ausbildungsgehalt beinhalten. Typische Vergütungsspannen liegen bei:
- 1. Ausbildungsjahr: 682 Euro bis 1.218 Euro
- 2. Ausbildungsjahr: 806 Euro bis 1.268 Euro
- 3. Ausbildungsjahr: 921 Euro bis 1.314 Euro
Je nach Arbeitsfeld und Trägerschaft können auch der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) oder die Kirchliche Arbeits- und Vergütungsordnung (KAVO) als Grundlage zur Bemessung des Ausbildungsgehalts dienen.
Gehälter in kirchlichen Berufen – Was verdient man mit vorausgehender Ausbildung?
Nach einer abgeschlossenen Ausbildung im kirchlichen Bereich eröffnen sich vielfältige berufliche Wege: Von Verwaltungs- und Organisationsaufgaben, über handwerklich-praktische Tätigkeiten, bis hin zu musikpädagogischen oder seelsorgenahen Aufgaben.
Ein klassischer Verwaltungsberuf in Gemeinden ist der des Pfarrsekretärs, dessen Vergütung meist nach TVöD oder KAVO erfolgt. Die Gehaltsbandbreite reicht von 2.374 Euro bis 3.478 Euro, der Median liegt bei 2.926 Euro. Die Eingruppierung im TVöD erfolgt ab Entgeltgruppe 5. Dort wird ein Gehalt zwischen 3.038 Euro und 3.680 Euro gezahlt.
Als Gemeindehelfer verdienen Beschäftigte je nach Verantwortungsbereich und Einsatzgebiet deutlich mehr: Die Spanne reicht von 3.603 Euro bis 5.657 Euro, der Median liegt bei 4.405 Euro. Die Eingruppierung beginnt ebenfalls in Gruppe E5.
Für musikalische Aufgaben wie Orgelspiel, Chorleitung oder die musikalische Gestaltung von Gottesdiensten sind Kirchenmusiker zuständig. Hier liegen die Gehälter zwischen 3.017 Euro und 4.400 Euro (Median 3.667 Euro). Je nach Qualifikation erfolgt die Eingruppierung häufig ab E7 (3.205 Euro bis 3.935 Euro).
Ein zunehmend nachgefragter Beruf ist die Bestattungsfachkraft. Die Vergütung erfolgt meist nach TVöD, typischerweise ab E5. Verdient werden zwischen 2.617 Euro und 3.762 Euro, der Median beträgt 3.157 Euro.
Mehr zu den genannten Gehältern hier:

Gehälter in kirchlichen Berufen – Was verdient man mit vorausgehendem Studium?
Das Theologie-Studium stellt für die meisten Berufe im Bereich Religion und Kirche das grundlegende Studium dar. Dabei unterscheiden sich evangelische und katholische Studiengänge in Aufbau, Praxisphasen und anschließenden Amtsstrukturen. Auf das Studium folgen je nach Berufsweg praktische Ausbildungsabschnitte, etwa das Vikariat oder spezielle kirchliche Qualifikationen.
Gehalt im Studium
Während eines Vollzeitstudiums der Theologie wird in der Regel kein Gehalt gezahlt. Stattdessen fallen Semesterbeiträge an staatlichen Hochschulen oder – je nach Träger – Studiengebühren an privaten Hochschulen an. Allerdings gibt es im kirchlichen Bereich zunehmend duale Studiengänge oder praxisintegrierte Ausbildungen, die eine monatliche Vergütung ermöglichen. Je nach Landeskirche, Diözese oder Einrichtung liegt diese meist zwischen 1.100 Euro und 2.500 Euro pro Monat.
Gehalt nach Studienabschluss
Berufe im seelsorgerischen Dienst folgen oft einer strukturierten Laufbahn: Kapläne – also Priesteramtskandidaten in der katholischen Kirche während ihrer ersten Einsatzjahre – verdienen zwischen 4.173 Euro und 5.751 Euro (Median 4.899 Euro). Danach kann die Tätigkeit als Pfarrer beziehungsweise Gemeindepfarrer aufgenommen werden. Pfarrer werden nach dem Pfarrbesoldungsgesetz ihrer Landeskirche vergütet, das sich an den Beamtenbesoldungsgruppen A13 bis A16 orientiert. Je nach Träger kann ihr Verdienst zwischen 3.742 Euro und 6.928 Euro schwanken.
Auch akademische Tätigkeiten wie Theologen im Bildungs-, Forschungs- oder Verwaltungsbereich sind möglich. Hier liegen die Gehälter zwischen 4.398 Euro und 5.709 Euro, der Median beträgt 5.011 Euro.
Der Beruf des Priesters zeigt eine besondere Gehaltsstruktur: In katholischen Bistümern orientiert sich die Vergütung an TVöD-ähnlichen Regelungen. Je nach Bistum, Wohnsituation und Dienstjahren reicht das Gehalt oft von 2.950 Euro bis 4.325 Euro, der Median liegt bei 3.642 Euro.
Mehr Informationen zu den Gehältern gibt es hier:
Gehälter in kirchlichen Berufen – Was verdient man nach absolvierter Weiterbildung?
Weiterbildungen spielen im kirchlichen Bereich eine zentrale Rolle, da sie den Zugang zu anspruchsvolleren Aufgaben, seelsorgerischen Leitungsfunktionen und höheren Amtsgraden ermöglichen, etwa in der Seelsorge, Gemeindeorganisation oder Kirchenleitung.
Ein besonders anschauliches Beispiel ist der Weg zum Bischof: Vor einer Ernennung verdienen kirchliche Berufsgruppen wie Priester oder Theologen im Bereich von etwa 2.950 Euro bis 4.325 Euro (Priester, Median 3.642 Euro) beziehungsweise 4.398 Euro bis 5.709 Euro (Theologen, Median 5.011 Euro). Auch Diakone liegen mit 4.002 Euro bis 4.946 Euro (Median 4.449 Euro) in einem ähnlichen Gehaltsrahmen.
Nach der Weihe zum Bischof steigt das Einkommen jedoch deutlich an: Ein Bischof verdient durchschnittlich etwa 8.398 Euro, während ein Erzbischof sogar bis zu 16.084 Euro pro Monat erreichen kann. Diese Entwicklung zeigt, wie stark Weiterbildungen und kirchliche Amtswechsel das Gehalt beeinflussen können.
Hier gibt es weitere Informationen zu Gehältern in Berufen nach einer Weiterbildung:
Kirchliche Berufe mit Top-Verdienstmöglichkeiten
Im Berufsfeld Religion und Kirche gehören insbesondere Leitungs- und Weiheämter zu den bestbezahlten Positionen. Das höchste Einkommen erzielen Bischöfe und Erzbischöfe, die – je nach Diözese und Verantwortung – zwischen rund 8.400 Euro und bis zu 16.084 Euro monatlich verdienen. Auch Pfarrer in höheren Besoldungsgruppen (zum Beispiel A15 oder A16) können mit Gehältern über 6.500 Euro rechnen. Darüber hinaus bieten leitende Positionen in kirchlichen Einrichtungen, etwa in der Kirchenverwaltung, in Sozialwerken, in Bildungseinrichtungen oder im Caritas-/Diakonie-Management, attraktive Verdienstmöglichkeiten, die oftmals deutlich über klassischen Gemeindediensten liegen.
Priester Stellenangebote
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Passende Jobs in der Theologie
Passende Jobs in der Theologie gibt es bei Sozial-Karriere. Hier gibt es Jobs als Diakon, Stellenangebote als Theologe, Priester-Stellen und viele mehr.
Häufige Fragen
- Wie viel verdient man bei der Kirche?
- Was verdient ein Pfarrer im Monat?
- Was für Berufe gibt es in der Kirche?
Kirchliche Gehälter orientieren sich oft am TVöD oder an kirchlichen Arbeitsvertragsrichtlinien wie der KAVO. In vielen Bereichen liegen die Einkommen zwischen 2.500 und 4.500 Euro, während leitende oder theologische Positionen deutlich höhere Gehälter erreichen können.
Pfarrer erhalten je nach Landeskirche oder Bistum meist eine Besoldung angelehnt an A13 bis A16, häufig zwischen 5.185 und 6.355 Euro. Im Durchschnitt liegt der Monatsverdienst bei etwa 5.300 Euro.
In der Kirche gibt es eine große Vielfalt an Berufen – von theologischen Tätigkeiten wie Pfarrer, Diakon oder Pastoralreferent bis hin zu sozialen, pädagogischen und verwaltenden Berufen wie Kirchenmusiker, Gemeindereferent, Pfarrsekretär oder Bestattungsfachkraft. Auch handwerkliche und organisatorische Berufe wie Küster oder Friedhofsgärtner gehören dazu.








