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Sozialarbeit und Sozialpflege leisten einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesellschaft. Sie unterstützen Familien, fördern Kinder und Jugendliche, begleiten pflegebedürftige Menschen oder sichern Teilhabe im Alltag. Wer in diesem Bereich arbeitet, tut dies oft aus Überzeugung – gleichzeitig spielt auch das Gehalt eine wichtige Rolle bei der Berufswahl. Die Verdienstmöglichkeiten variieren dabei stark, je nach Ausbildung, Verantwortungsbereich und Arbeitgeber. Dieser Artikel zeigt übersichtlich, welche Gehälter in verschiedenen sozialen Berufen in Deutschland zu erwarten sind und erläutert, welche Faktoren das Einkommen beeinflussen.
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Welche Faktoren beeinflussen Gehälter in Sozialarbeit und Sozialpflege?
Das Gehalt in der Sozialarbeit und Sozialpflege hängt von mehreren wichtigen Faktoren ab. Besonders ausschlaggebend sind Ausbildung und Qualifikation: Wer ein Studium oder Weiterbildungen mitbringt, steigt meist in höhere Entgeltgruppen ein und verdient entsprechend mehr. Ebenfalls eine Rolle spielen Berufserfahrung, Alter und individuelle Verantwortungsbereiche im Job. Außerdem unterscheiden sich die Gehälter je nach Region, da Städte oftmals höhere Löhne zahlen als ländliche Gebiete. Schließlich wirkt sich auch die Art des Arbeitgebers aus: Öffentliche und kirchliche Träger zahlen meist nach Tarif und damit oft besser als private Einrichtungen.
Diese Tarifverträge gelten in dieser Berufsgruppe
Im sozialen Bereich werden Gehälter häufig nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) gezahlt. Besonders relevant ist der TVöD SuE, der für den Sozial- und Erziehungsdienst gilt. Er umfasst Tätigkeiten in Kitas, Jugendhilfe, Beratungsstellen, Sozialarbeit und Betreuung. Die Eingruppierung erfolgt dabei in Entgeltgruppen S2 bis S18, wobei höhere Gruppen mehr Verantwortung und Fachwissen abbilden. Innerhalb jeder Gruppe gibt es Stufen, in denen man durch Berufserfahrung automatisch aufsteigt und dadurch mehr verdient. Folgende Tabelle zeigt die aktuelle Entgelttabelle im Sozial- und Erziehungsdienst des TVöD.
| Entgeltgruppe | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| S 18 | 4.591,95 € | 4.708,94 € | 5.288,55 € | 5.723,21 € | 6.375,22 € | 6.773,65 € |
| S 17 | 4.233,84 € | 4.527,84 € | 4.998,73 € | 5.288,55 € | 5.868,09 € | 6.208,58 € |
| S 16 | 4.147,17 € | 4.433,68 € | 4.752,42 € | 5.143,62 € | 5.578,29 € | 5.839,11 € |
| S 15 | 4.000,66 € | 4.274,25 € | 4.564,08 € | 4.897,32 € | 5.433,43 € | 5.665,23 € |
| S 14 | 3.962,44 € | 4.232,66 € | 4.554,71 € | 4.882,30 € | 5.244,56 € | 5.498,11 € |
| S 13 | 3.869,68 € | 4.132,98 € | 4.491,62 € | 4.781,38 € | 5.143,62 € | 5.324,74 € |
| S 12 | 3.859,50 € | 4.122,07 € | 4.465,71 € | 4.769,97 € | 5.146,70 € | 5.306,08 € |
| S 11b | 3.808,48 € | 4.067,31 € | 4.249,15 € | 4.712,82 € | 5.075,04 € | 5.292,38 € |
| S 11a | 3.741,49 € | 3.994,28 € | 4.174,59 € | 4.636,51 € | 4.998,73 € | 5.216,07 € |
| S 9 | 3.549,30 € | 3.781,54 € | 4.053,20 € | 4.455,27 € | 4.835,59 € | 5.128,99 € |
| S 8b | 3.481,39 € | 3.708,79 € | 3.980,49 € | 4.380,82 € | 4.759,33 € | 5.049,51 € |
| S 8a | 3.413,85 € | 3.636,31 € | 3.868,50 € | 4.092,49 € | 4.311,44 € | 4.541,67 € |
| S 7 | 3.333,59 € | 3.550,19 € | 3.765,70 € | 3.987,31 € | 4.153,80 € | 4.404,69 € |
| S 4 | 3.201,81 € | 3.408,76 € | 3.597,33 € | 3.725,30 € | 3.848,61 € | 4.043,12 € |
| S 3 | 3.034,89 € | 3.229,62 € | 3.410,78 € | 3.577,12 € | 3.653,23 € | 3.744,14 € |
| S 2 | 2.829,14 € | 2.948,41 € | 3.036,64 € | 3.132,45 € | 3.240,19 € | 3.347,95 € |
Gültig von 01.04.2025 bis 30.04.2026
In Pflege- und Unterstützungsberufen kann außerdem die TVöD-Pflegetabelle (TVöD-P) greifen. Sie ordnet Beschäftigte in Entgeltgruppen P5 bis P16 ein. Auch hier bestimmen Qualifikation, Aufgaben und Verantwortung die Gruppe, während die Stufen die praktischen Erfahrungsjahre widerspiegeln.
Sozialarbeit und Sozialpflege – Gehälter in Ausbildungsberufen
Einige Berufe in der Sozialarbeit und Sozialpflege sind schulische Ausbildungen, bei denen meist kein Ausbildungsgehalt vorgesehen ist. Dennoch bieten sie nach dem Abschluss solide Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten im Gesundheits- und Sozialwesen.
Familienhelfer unterstützen Familien bei der Bewältigung ihres Alltags und übernehmen anspruchsvolle pädagogische Aufgaben. Das Gehalt liegt zwischen 3.594 Euro und 4.913 Euro, der Median bei 4.215 Euro brutto. Im öffentlichen Dienst erfolgt die Eingruppierung in der Regel in TVöD-SuE S11b mit 3.808 Euro bis 5.292 Euro, je nach Berufserfahrung.
Haus- und Familienpfleger sowie Pflegefachhelfer sind stärker pflegerisch ausgerichtet. Während Haus- und Familienpfleger 2.515 Euro bis 3.860 Euro (Median 3.097 Euro) verdienen und häufig in die TVöD-P Entgeltgruppe P7 (3.414 Euro bis 4.188 Euro) eingruppiert werden, liegen Pflegefachhelfer mit 2.383 Euro bis 2.924 Euro (Median 2.640 Euro) meist etwas darunter. Sie starten üblicherweise in TVöD-P Gruppe P5, wo 2.828 Euro bis 3.530 Euro möglich sind.
Sozialbetreuer sowie Sozialhelfer beziehungsweise Sozialassistenten übernehmen unterstützende Tätigkeiten in der Betreuung — sowohl im pädagogischen als auch im pflegerischen Umfeld. Ihre Gehälter bewegen sich zwischen 2.325 Euro und 3.500 Euro (Median 3.050 Euro) beziehungsweise zwischen 2.516 Euro und 3.557 Euro (Median 2.994 Euro) und damit im unteren Bereich der sozialen Ausbildungsberufe.
Etwas höher fällt die Bezahlung beim sozialpädagogischen Assistenten aus, der eng mit Erziehern zusammenarbeitet. Hier liegt das Gehalt zwischen 3.371 Euro und 4.284 Euro, der Median bei 3.781 Euro. Im TVöD-SuE erfolgt die Vergütung üblicherweise in S3 mit 3.034 Euro bis 3.744 Euro, abhängig von der Berufserfahrung.
Für weitere Informationen kann hier nachgelesen werden:
- Gehalt Familienhelfer
- Gehalt Haus- und Familienpfleger
- Gehalt Pflegefachhelfer
- Gehalt Sozialbetreuer
- Gehalt Sozialassistent
- Gehalt Sozialhelfer
- Gehalt Sozialpädagogischer Assistent
Sozialarbeit und Sozialpflege – Gehälter in Berufen mit Studium
Andere soziale Berufe setzen ein Studium voraus, zum Beispiel in den Bereichen Soziale Arbeit oder Sozialpädagogik. Während des Studiums wird in der Regel kein Gehalt gezahlt, dafür eröffnen sich nach dem Abschluss vielfältige Einsatzmöglichkeiten und stabile Gehälter, die stark von Verantwortung, Einrichtung und Erfahrung abhängen.
Mitarbeiter im Sozialdienst, etwa beim Jugendamt, verdienen zwischen 3.828 Euro und 4.731 Euro, der Median liegt bei 4.256 Euro. Eingruppiert werden sie meist in TVöD-SuE S15, wodurch sich Gehälter zwischen 4.000 Euro und 5.665 Euro ergeben. In Leitungspositionen sind durchschnittlich 4.894 Euro möglich.
(Schul-)Sozialarbeiter erhalten zwischen 3.755 Euro und 5.053 Euro, (Median 4.371 Euro), und werden nach TVöD-SuE S11 bis S18 eingestuft. Mit zunehmender Verantwortung oder besonders schwierigen Aufgaben lässt sich in höhere Gruppen aufsteigen, wodurch das Gehalt weiter steigt.
Auch Sozialpädagogen liegen mit 4.211 Euro bis 5.204 Euro (Median 4.681 Euro) in einem vergleichbaren Bereich und werden ebenfalls ab S11 eingruppiert. Sozialberater verdienen zwischen 3.482 Euro und 4.303 Euro, (Median 3.871 Euro), während Streetworker oft ähnlich wie der Sozialdienst vergütet werden, mit 3.828 Euro bis 4.731 Euro (Median 4.256 Euro).
Ausführlichere Angaben zu den einzelnen Gehältern gibt es hier:
- Gehalt Sozialdienst-Mitarbeiter
- Gehalt Leitung Sozialer Dienst
- Gehalt Jugendamt-Mitarbeiter
- Gehalt Schulsozialarbeiter
- Gehalt Sozialarbeiter
- Gehalt Sozialpädagoge
- Gehalt Sozialberater
- Gehalt Streetworker
Sozialarbeit und Sozialpflege – Gehälter in Berufen mit Weiterbildungen
Auch für bereits ausgebildete Fachkräfte bietet der soziale Bereich attraktive Entwicklungsmöglichkeiten. Mit einer Zusatzqualifikation lässt sich nicht nur das eigene Tätigkeitsfeld erweitern, sondern in vielen Fällen auch das Einkommen deutlich steigern.
Dorfhelfer etwa verdienen nach abgeschlossener Weiterbildung rund 2.551 Euro bis 3.125 Euro, der Median liegt bei 2.824 Euro; im kommunalen Dienst erfolgt die Eingruppierung häufig nach TVöD-P P7, was höhere Gehälter ermöglicht. Gleichstellungsbeauftragte bzw. Frauenbeauftragte mit Studium und spezialisierter Fortbildung erzielen deutlich bessere Verdienstmöglichkeiten: Hier reicht die Spanne üblicherweise von 4.658 Euro bis 7.016 Euro, abhängig von Verantwortung und Eingruppierung – meist nach TVöD-VKA EG 9 bis EG 14.
Im Bereich Integration liegen die Gehälter je nach Qualifikationsstufe unterschiedlich: Integrationserzieher erreichen 3.411 Euro bis 4.215 Euro, Integrationsfachkräfte 3.480 Euro bis 4.301 Euro, jeweils überwiegend in den TVöD-SuE-Gruppen S8a, S8b oder S9. Auch Familienberater profitieren durch spezialisierte Weiterbildungen – mit 3.543 Euro bis 5.024 Euro steigen ihre Verdienste deutlich über das Niveau vieler Assistenzberufe.
Schulbegleiter befinden sich hingegen weiterhin im unteren Lohnspektrum mit 2.322 Euro bis 3.705 Euro (Median 3.099 Euro), meist eingruppiert in S3, was die geringere Verantwortung widerspiegelt. Insgesamt zeigt sich: Je komplexer die Aufgaben und je größer die Verantwortung für Fallsteuerung oder Beratung, desto stärker steigt das Einkommen nach einer Weiterbildung an.
Mehr zu den Gehältern gibt es hier:
- Gehalt Dorfhelfer
- Gehalt Frauenbeauftragte / Gleichstellungsbeauftragte
- Gehalt Integrationserzieher
- Gehalt Integrationsfachkraft
- Gehalt Familienberater
- Gehalt Schulbegleiter
Sozialarbeit und Sozialpflege – Gehälter beim Quereinstieg
Der soziale Bereich bietet mehrere Einstiegsmöglichkeiten für Menschen ohne klassische Berufsausbildung – ideal für Quereinsteiger, die sich neu orientieren möchten. Da für diese Tätigkeiten meist keine formale Ausbildung erforderlich ist, erfolgt der Start oft nach einer kurzen Einarbeitung oder einem kompakten Lehrgang.
Zu den typischen Einstiegsberufen gehören beispielsweise Mitarbeitende im Hol- und Bringdienst, die vor allem für Transport- und Unterstützungsaufgaben in Pflegeeinrichtungen zuständig sind. Dort ist ein Gehalt zwischen 2.376 Euro und 3.241 Euro üblich (Median: 2.775 Euro). Auch der Patientenbegleitdienst ermöglicht einen direkten Einstieg, da hier meist eine interne Einführung genügt, bevor im Krankenhausalltag selbstständig gearbeitet wird. Das Gehalt dort liegt in der Regel zwischen 2.384 Euro und 3.392 Euro (Median: 2.850 Euro).
Alltagshelfer beziehungsweise Betreuungsassistenten unterstützen ältere oder pflegebedürftige Menschen im täglichen Leben – sie absolvieren häufig einen kurzen Qualifizierungskurs und können danach sofort in den Beruf einsteigen. Die Gehälter liegen in diesen Tätigkeiten in der Regel im unteren Bereich des Sozialsektors, zwischen 2.357 und 3.385 mit einem Median von 2.791 Euro. Im TVöD-P sind sie in der Regel in die Gruppe P5 eingeordnet.
Mehr zu den jeweiligen Gehältern hier:
- Gehalt Patientenbegleitdienst
- Gehalt Alltagshelfer
- Gehalt Betreuungsassistent
- Gehalt Hol- und Bringdienst
Weitere Gehälter kannst Du nach Berufsgruppe hier filtern:
Passende Jobs in der Sozialen Arbeit
Passende Jobs in sozialen Berufen gibt es bei Sozial-Karriere. Hier gibt es Jobs als Alltagshelfer, Stellenangebote als Gleichstellungsbeauftragte und Dorfhelfer-Jobs.
Häufige Fragen
- Was verdient man in der Sozialarbeit?
- Welcher Job im Sozialwesen ist am besten bezahlt?
Man verdient in der Sozialen Arbeit – je nach Erfahrung, Qualifikation und Bundesland – meist zwischen etwa 3.800 Euro und 5.300 Euro brutto pro Monat im öffentlichen Dienst.
Besonders gut bezahlt sind Tätigkeiten mit Leitungs- oder Spezialaufgaben, zum Beispiel Teamleitung oder Betreuung besonders schwieriger Fälle. Diese können laut Statistiken deutlich über dem Branchendurchschnitt liegen.
- Öffentlicher-Dienst.info, “TVöD-SuE 2025”, https://oeffentlicher-dienst.info/... (Abrufdatum: 14.01.2026)
- Öffentlicher-Dienst.info, “TVöD-P 2025”, https://oeffentlicher-dienst.info/... (Abrufdatum: 14.01.2026)








