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In der KW 35 vom 24. bis 30. August 2026 standen besonders ältere und sozial benachteiligte Menschen im Mittelpunkt. Neue Daten zeigen eine außergewöhnlich hohe hitzebedingte Sterblichkeit und eine zunehmende Verfestigung von Wohnungslosigkeit im Alter. Für pädagogische Fachkräfte liefern aktuelle Forschungsergebnisse zudem Hinweise auf soziale Ungleichheiten beim Schulübergang.
Das Wichtigste der KW 35 in Kürze
- Das RKI schätzt bis Mitte August rund 15.800 hitzebedingte Sterbefälle.
- In der Wohnungslosenhilfe steigt der Anteil der Klienten ab 50 Jahren.
- Kinder aus benachteiligten Familien streben seltener das Abitur an.
- Eine neue Broschüre unterstützt Freiwilligendienste bei ihrer inklusiven Öffnung.
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Hitzemortalität trifft vor allem Menschen ab 75 Jahren
Das Robert Koch-Institut, kurz RKI, schätzt für den Zeitraum von Mitte April bis Mitte August 2026 rund 15.800 hitzebedingte Sterbefälle. Das 95-Prozent-Prädiktionsintervall reicht von 14.500 bis 17.000 Fällen. Von der gesamten Schätzung entfallen etwa 9.600 Sterbefälle auf die besonders heiße Kalenderwoche 26 und weitere rund 4.000 auf die Kalenderwochen 31 bis 33. Das geht aus dem am 27. August veröffentlichten RKI-Wochenbericht zur Hitzemortalität hervor.
Besonders betroffen waren Menschen ab 75 Jahren. Für die Altersgruppe von 75 bis 84 Jahren schätzt das RKI rund 3.910 hitzebedingte Sterbefälle, für Menschen ab 85 Jahren rund 7.960. Damit entfielen etwa drei Viertel der geschätzten Fälle auf diese beiden Altersgruppen.
Bei den Angaben handelt es sich nicht um einzeln dokumentierte Todesfälle. Hitze wird nur selten als unmittelbare Todesursache auf dem Totenschein vermerkt. Das RKI berechnet deshalb anhand von Temperatur- und Sterbefalldaten, wie stark die beobachtete Mortalität von einem modellierten Verlauf ohne Hitze abweicht. Nachmeldungen können die Ergebnisse noch verändern.
Für Altenhilfe, betreutes Wohnen, Behindertenhilfe und aufsuchende Sozialarbeit unterstreichen die Daten den Bedarf an verlässlichen Abläufen während Hitzeperioden. Das betrifft die Beobachtung besonders gefährdeter Klienten, die Abstimmung mit Pflege und Medizin sowie den Schutz der Mitarbeiter bei Außeneinsätzen. Besonders eng berührt sind die Tätigkeitsfelder von Altenpflegern und Alltagsbegleitern.
Wohnungslosigkeit verfestigt sich im höheren Alter
Der Anteil der über 50-Jährigen unter den Klienten der Wohnungslosenhilfe ist innerhalb von 20 Jahren von 21 auf 27 Prozent gestiegen. Das zeigt der am 26. August veröffentlichte Statistikbericht der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe.
Von den Klienten ab 50 Jahren waren 38 Prozent bereits länger als ein Jahr wohnungslos. Unter den 25- bis 49-Jährigen lag dieser Anteil bei 27 Prozent. Rund jeder zweite ältere Klient galt als überschuldet. 16 Prozent besaßen einen Schwerbehindertenausweis, mehr als doppelt so viele wie in der jüngeren Vergleichsgruppe.
Grundlage sind Daten aus dem Berichtsjahr 2024 von mehr als 45.000 Klienten aus 248 Einrichtungen und Diensten freier Träger. Die Ergebnisse bilden deshalb nicht die gesamte wohnungslose Bevölkerung in Deutschland ab. Nach Einschätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft dürften ältere Menschen sogar unterrepräsentiert sein, weil ein Teil durch Angebote der Altenhilfe erreicht wird oder keine Wohnungslosenhilfe in Anspruch nimmt.
Für Sozialarbeiter und Mitarbeiter im Sozialen Dienst wird die Zusammenarbeit mit Schuldnerberatung, Pflege, Eingliederungshilfe und Gesundheitsversorgung wichtiger. Eingeschränkte Mobilität, fehlende digitale Zugänge und chronische Erkrankungen können die Wohnungssuche zusätzlich erschweren. Träger benötigen deshalb Übergänge, die verhindern, dass ältere Klienten zwischen den Hilfesystemen verloren gehen.
Soziale Herkunft beeinflusst Bildungsziele bereits vor dem Schulwechsel
Eine am 27. August veröffentlichte Auswertung des Deutschen Jugendinstituts, kurz DJI, zeigt soziale Unterschiede bei den Bildungszielen von Grundschülern und ihren Eltern. Datengrundlage ist der DJI-Survey „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“ aus dem Jahr 2023.
Befragt wurden rund 1.000 Kinder im Alter von neun bis elf Jahren sowie ihre Eltern. Von 881 Kindern, die einen konkreten gewünschten Schulabschluss nannten, strebten 73 Prozent das Abitur an. Bei den Eltern waren es 76 Prozent. Kinder aus armutsgefährdeten oder materiell benachteiligten Haushalten und aus Familien mit niedrigem elterlichem Bildungsniveau nannten dieses Ziel jedoch seltener.
Auffällig ist eine Differenz innerhalb der Familien: Von den Eltern mit niedrigem Bildungsniveau wünschten sich 79 Prozent das Abitur für ihr Kind. Unter den Kindern dieser Familien strebten es selbst nur 60 Prozent an. Die vollständige DJI-Auswertung zum Übergang nach der Grundschule verbindet diese Ergebnisse mit Befunden zu Kompetenzen, Schulempfehlungen und sozialer Herkunft.
Die Daten zeigen statistische Zusammenhänge, belegen aber keine Ursache-Wirkungs-Beziehung. Für Schulsozialarbeiter und Sozialpädagogen sind sie dennoch praktisch relevant. Beratung sollte nicht nur Leistungen und formale Empfehlungen berücksichtigen, sondern auch die Erwartungen der Kinder und ihrer Familien. Schulen, Ganztagsangebote und Jugendhilfe können insbesondere bei Lernunterstützung, Sprachförderung und Elternarbeit zusammenwirken.
Neue Arbeitshilfe für inklusive Freiwilligendienste
Zum Abschluss ihrer mehrjährigen Projektarbeit hat die Koordinierungsstelle für Inklusion und Diversität in den Freiwilligendiensten eine Broschüre zur inklusiven Organisationsentwicklung veröffentlicht. Das von 2022 bis Ende August 2026 durch das Bundesfamilienministerium finanzierte Projekt sollte Träger, Einsatzstellen und Fachkräfte für Diversität, Diskriminierung und miteinander verknüpfte Benachteiligungen sensibilisieren.
Die am 28. August vorgestellte Broschüre des Paritätischen Gesamtverbandes richtet sich an die unterschiedlichen Ebenen der Freiwilligendienste. Sie soll dabei helfen, Zugangsbarrieren und bestehende Arbeitsweisen zu prüfen und Inklusion dauerhaft in Organisationsprozessen zu verankern.
Die Veröffentlichung schafft keine neuen gesetzlichen Pflichten. Für Träger bietet sie jedoch eine Grundlage, Auswahlverfahren, Kommunikation, Begleitung und Beschwerdewege zu überprüfen. Das betrifft auch Interessenten, die sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr oder einen anderen Freiwilligendienst bewerben.
- Robert Koch-Institut, Matthias an der Heiden et al., „Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität KW 33“, 27.08.2026 (letzter Zugriff am 31.08.2026).
- Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, „Wohnungsnot im Alter steigt: BAG Wohnungslosenhilfe veröffentlicht Statistikbericht“, 26.08.2026 (letzter Zugriff am 31.08.2026).
- Deutsches Jugendinstitut, Mirjam Weis und Christine Steiner, „Weichenstellung nach der Grundschule“, 27.08.2026 (letzter Zugriff am 31.08.2026).
- Der Paritätische Gesamtverband, „Veröffentlichung der Broschüre ‚Inklusive Organisationsentwicklung in den Freiwilligendiensten‘“, 28.08.2026 (letzter Zugriff am 31.08.2026).




