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In der KW 37 vom 7. bis 13. September 2026 standen Bildung, Kinderbetreuung und Arbeitskräftebedarf im Mittelpunkt. PISA 2025 dokumentiert wachsende Kompetenzprobleme und starke soziale Unterschiede. Zwei Untersuchungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigen zugleich, welchen Beitrag Kitas zur Erwerbsbeteiligung leisten und dass der Personalbedarf im Gesundheits- und Sozialwesen gegen den allgemeinen Arbeitsmarkttrend steigt.
Das Wichtigste der KW 37 in Kürze
- Deutschland erreicht bei PISA 2025 in allen drei getesteten Bereichen einen neuen Tiefstand.
- Rund ein Fünftel der 15-Jährigen verfehlt die Basiskompetenzen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften.
- Der U3-Ausbau erklärt laut IAB einen großen Teil der gesunkenen Erwerbseinbußen von Müttern.
- Das Gesundheits- und Sozialwesen trägt zum Anstieg der offenen Stellen bei den sonstigen Dienstleistungen bei.
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PISA 2025 verschärft den Blick auf Bildungsungleichheit
Jugendliche in Deutschland haben bei PISA 2025 die niedrigsten Werte seit Beginn der internationalen Vergleichsstudie erzielt. Die am 8. September veröffentlichten Ergebnisse weisen 486 Punkte in den Naturwissenschaften, 465 Punkte im Lesen und 464 Punkte in Mathematik aus. Deutschland liegt damit in allen drei Bereichen auf dem Durchschnittsniveau der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, kurz OECD. Das geht aus der deutschen Auswertung des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik hervor.
Besonders relevant für Jugendhilfe, Berufsorientierung und Ausbildung ist der untere Teil der Leistungsverteilung. Rund ein Drittel der 15-Jährigen erreicht im Lesen und in Mathematik nicht die von PISA definierte Kompetenzstufe II. In den Naturwissenschaften betrifft dies etwa ein Viertel. Rund ein Fünftel verfügt in keinem der drei Bereiche über ausreichende Basiskompetenzen. Allein in Mathematik werden 34 Prozent der getesteten Jugendlichen der leistungsschwachen Gruppe zugerechnet.
Auch die soziale Herkunft hängt in Deutschland besonders stark mit den Ergebnissen zusammen. Nur zwei Prozent der Jugendlichen aus sozioökonomisch benachteiligten Familien erreichen hohe Kompetenzstufen. Unter den sozial privilegierten Jugendlichen sind es rund 25 Prozent. Nach der OECD-Länderanalyse erklärte der sozioökonomische Status 19 Prozent der Unterschiede in den naturwissenschaftlichen Leistungen. Im OECD-Durchschnitt waren es zwölf Prozent.
Für die deutsche Stichprobe wurden rund 6.700 repräsentativ ausgewählte 15-Jährige an etwa 250 Schulen untersucht. PISA erlaubt Aussagen über das Bildungssystem, aber keine Diagnose einzelner Schüler. Statistische Zusammenhänge mit der sozialen Herkunft belegen zudem nicht, welcher einzelne Faktor eine schwächere Leistung verursacht.
Für Schulsozialarbeiter verstärkt sich dennoch der Bedarf, Lernprobleme mit familiären, sozialen und gesundheitlichen Belastungen zusammenzudenken. Ihre Aufgabe besteht nicht darin, Fachunterricht zu ersetzen. Sie können aber Förderangebote, Elternarbeit, Berufsorientierung und Hilfen bei Schulabsentismus oder Krisen miteinander verbinden. Ausbildungsbetriebe sollten aus den Durchschnittswerten keine Rückschlüsse auf einzelne Bewerber ziehen. Die wachsende Gruppe mit geringen Basiskompetenzen kann jedoch zusätzlichen Unterstützungsbedarf beim Übergang in den Beruf erzeugen.
U3-Betreuung verbessert langfristig die Erwerbschancen von Müttern
Der Ausbau der öffentlichen Betreuung für Kinder unter drei Jahren hat die Erwerbstätigkeit und das Arbeitseinkommen von Müttern deutlich erhöht. Nach einer am 8. September vorgestellten Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung lassen sich etwa 56 Prozent des seit 2007 beobachteten Rückgangs der mütterlichen Erwerbseinbußen auf den Betreuungsausbau zurückführen.
In den untersuchten Regionen erhöhte sich die U3-Betreuungsquote über den gesamten Zeitraum um 20 Prozentpunkte. Gleichzeitig verringerten sich die Einkommenseinbußen nach einer Geburt um etwa 4,5 Prozentpunkte. Die Effekte reichten laut IAB über die unmittelbare Betreuungsphase hinaus: Mütter arbeiteten langfristig häufiger in Vollzeit und seltener in geringfügiger Beschäftigung.
Ausgewertet wurden die Erwerbsverläufe von Frauen, die zwischen 2001 und 2014 ihr erstes Kind bekamen und zuvor beschäftigt waren. Je Geburtsjahrgang umfasste die Datengrundlage rund 240.000 Mütter. Die Forscher verglichen Kreise, in denen der U3-Ausbau zu unterschiedlichen Zeitpunkten voranschritt. Dieses Verfahren soll den ursächlichen Effekt der zusätzlichen Betreuungsmöglichkeiten von bereits bestehenden regionalen Unterschieden trennen.
Die Ergebnisse gelten nicht automatisch für heutige Familien. Sie erfassen weder zuvor nicht erwerbstätige Mütter noch die Erwerbsverläufe von Vätern. Ebenso untersucht die Studie keine pädagogische Qualität, aktuellen Öffnungszeiten oder heutigen Personalengpässe.
Für Kita-Leitungen und Erzieher belegt die Analyse dennoch eine Wirkung ihrer Arbeit über die frühkindliche Bildung hinaus. Verfügbare Betreuung beeinflusst auch Einkommen und berufliche Kontinuität von Eltern. Für Träger und Kommunen folgt daraus, dass ein nomineller Platz allein nicht genügt: Personalverfügbarkeit, verlässliche Öffnungszeiten und tatsächlich nutzbare Kapazitäten sind für die Arbeitsmarktwirkung entscheidend. Die Studie selbst beziffert allerdings keinen aktuellen zusätzlichen Personalbedarf.
Gesundheits- und Sozialwesen entzieht sich dem Stellenrückgang
Die Zahl der offenen Stellen ist insgesamt gesunken, im Gesundheits- und Sozialwesen nahm die Nachfrage jedoch zu. Im zweiten Quartal 2026 gab es bundesweit rund 1,02 Millionen offene Stellen. Das waren 35.000 beziehungsweise drei Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Rund 81 Prozent der Stellen sollten sofort besetzt werden, berichtet der am 10. September veröffentlichte IAB-Monitor Arbeitskräftebedarf.
Die Entwicklung unterscheidet sich deutlich zwischen den Branchen. Der zusammengefasste Wirtschaftsbereich „sonstige Dienstleistungen“ verzeichnete gegenüber dem Vorjahresquartal einen Zuwachs um 43.000 auf 308.000 offene Stellen. Nach Angaben der Autoren ging der Anstieg zu einem großen Teil auf ein höheres Stellenangebot im Gesundheits- und Sozialwesen zurück. Eine gesonderte Zahl allein für diese Branche nennt der Bericht jedoch nicht.
In der öffentlichen Verwaltung und Sozialversicherung sank das Stellenangebot dagegen um rund 14.500 beziehungsweise 29 Prozent. Für soziale Fachkräfte ergibt sich damit kein einheitlicher Arbeitsmarkt: Die Nachfrage kann sich je nach Trägerart, Finanzierung, Region und Tätigkeitsfeld unterschiedlich entwickeln.
Die Werte beruhen auf der repräsentativen IAB-Stellenerhebung und schließen auch Ausschreibungen ein, die der Bundesagentur für Arbeit nicht gemeldet wurden. Es handelt sich um hochgerechnete Befragungswerte, nicht um eine vollständige administrative Zählung. Bei kleineren Branchen und Untergruppen nimmt die statistische Unsicherheit zu. Aus den Daten lässt sich zudem weder die Zahl offener Stellen in einzelnen sozialen Berufen noch die Dauer ihrer Vakanz ablesen.
Für Berufseinsteiger und wechselbereite Sozialpädagogen bleibt das Stellenangebot damit vergleichsweise günstig, obwohl sich der Gesamtarbeitsmarkt abkühlt. Arbeitgeber im Sozialwesen können den allgemeinen Rückgang der offenen Stellen umgekehrt nicht als Ende ihrer Rekrutierungsprobleme verstehen. Auswahlverfahren, Einarbeitung und die im Vorstellungsgespräch zu klärenden Arbeitsbedingungen bleiben für eine nachhaltige Besetzung entscheidend.
- Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik, „PISA-Ergebnisse auf neuem Tiefstand“, 08.09.2026 (letzter Zugriff am 14.09.2026).
- Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, „PISA 2025 Results (Volume I): Germany“, 08.09.2026 (letzter Zugriff am 14.09.2026).
- Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, „Ausbau von Kinderbetreuung erhöht das Einkommen von Müttern deutlich“, 08.09.2026 (letzter Zugriff am 14.09.2026).
- Nicole Gürtzgen, Alexander Kubis und Martin Popp, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, „IAB-Monitor Arbeitskräftebedarf 2/2026: Die Zahl der offenen Stellen ist insbesondere bei unternehmensnahen Dienstleistungen rückläufig“, 10.09.2026 (letzter Zugriff am 14.09.2026).




