Inhaltsverzeichnis
Ein Curriculum ist das Fundament jedes Bildungssystems und prägt maßgeblich, wie Lernen organisiert und gestaltet wird. Es legt nicht nur fest, welche Inhalte vermittelt werden, sondern auch, mit welchen Methoden und in welchem Zeitraum dies geschieht. Damit bietet es Orientierung für Lehrkräfte, Lernende und Bildungseinrichtungen zugleich. Der folgende Artikel zeigt, was ein Curriculum ist, welche Formen es gibt und warum es im Bildungswesen so bedeutend ist.
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Curriculum?
Ein Curriculum bildet das Herzstück des Bildungswesens, weil es alle wichtigen Lehrinhalte und Methoden klar zusammenfasst und festlegt, wann und wie sie vermittelt werden. Es bestimmt aktiv, was Lernende in einem Kurs, Studiengang oder sogar in einem ganzen Schulsystem lernen, und steuert zugleich die Art und Weise des Lernens. Das Curriculum definiert nicht nur Inhalte und Themen, sondern auch die geplanten Lehr- und Lernmethoden. Bildungseinrichtungen entwickeln und wenden es auf verschiedenen Ebenen an: Es orientiert Lehrkräfte in einzelnen Kursen und strukturiert zugleich komplexe Bildungsprogramme an Schulen und Hochschulen. So schafft es klare Strukturen und lenkt Lernprozesse, damit sie systematisch und zielgerichtet verlaufen.
Unterschied zum Lehrplan
Die Begriffe Curriculum und Lehrplan werden oft verwechselt. Während ein Lehrplan sehr spezifisch ist und detailliert die Themen und Inhalte eines einzelnen Kurses oder Fachs beschreibt, ist das Curriculum breiter angelegt. Es bietet die gesamte Struktur und Ausrichtung eines Bildungsprogramms. Der Lehrplan lässt sich daher als operative Komponente innerhalb des Curriculums verstehen, da er dessen Vorgaben konkret umsetzt.
Curriculum – Herkunft des Wortes
Der Begriff Curriculum stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Lauf“ oder „Weg“. In der Bildungswelt bezieht er sich auf den Lernweg, den Schüler oder Studierende in ihrer Ausbildung durchlaufen. Historisch geht der Ursprung des Begriffs auf die Organisation und Strukturierung des Bildungswegs in Schulen und Universitäten zurück, wo er als Leitfaden diente, um Lernen systematisch und geordnet zu gestalten.
Curriculum – Formen
Ein Curriculum tritt in unterschiedlichen Formen auf und prägt das Lernen auf vielfältige Weise. Das formale Curriculum umfasst alle offiziell festgelegten Lehrinhalte, die von Bildungsinstitutionen oder staatlichen Behörden anerkannt und verbindlich vorgeschrieben werden. Es bildet die Grundlage für den Unterricht und sorgt dafür, dass Bildungsziele systematisch und vergleichbar erreicht werden.
Ergänzend dazu steht das informelle Curriculum, das Lernprozesse außerhalb des klassischen Unterrichts beschreibt. Hierzu gehören beispielsweise Schulclubs, Exkursionen, Projektarbeiten oder sportliche und kulturelle Aktivitäten, die wichtige Kompetenzen fördern und das soziale Miteinander stärken.
Darüber hinaus gibt es das versteckte Curriculum, das nicht ausdrücklich in Plänen verankert ist, aber dennoch eine große Rolle spielt. Es umfasst unbewusste oder unbeabsichtigte Lerninhalte, wie etwa Werte, Einstellungen oder soziale Regeln, die durch die Schulkultur, das Verhalten der Lehrkräfte und das tägliche Zusammenleben vermittelt werden. Obwohl es nicht schriftlich fixiert ist, hat dieses versteckte Curriculum oft einen entscheidenden Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung und die Haltung der Lernenden.

Curriculum – Anwendungsgebiete
Ein Curriculum spielt in nahezu allen Bereichen des Bildungswesens eine zentrale Rolle, denn es schafft den strukturellen Rahmen für Lehren und Lernen. Es stellt sicher, dass Bildungsangebote zielgerichtet, kohärent und systematisch gestaltet sind – ganz gleich, ob es sich um Grundschule, Sekundarstufe, Hochschulausbildung oder berufliche Weiterbildung handelt.
Grundbildung
Im grundlegenden Bildungsbereich legt das Curriculum fest, welche Basisfähigkeiten Schüler erwerben sollen – etwa Lesen, Schreiben und Rechnen. Es bildet die essenzielle Grundlage, auf der weiterführende Lernprozesse aufbauen können. Dadurch sorgt es dafür, dass alle Lernenden eine einheitliche und stabile Ausgangsbasis erhalten.
Sekundar- und Hochschulbildung
In weiterführenden Schulformen und auf der Universität dient das Curriculum dazu, Inhalte, Ziele und Methoden über längere Bildungsetappen hinweg klar zu strukturieren. Es hilft Lehrkräften bei der Planung und Evaluation des Unterrichts und gewährleistet, dass Lernende ein abgestimmtes, durchgängiges Bildungsangebot erhalten
Berufliche Bildung und Fortbildung
Auch im beruflichen Kontext ist das Curriculum essenziell: Es steuert formale Ausbildungsprogramme und Fortbildungen, indem es verbindliche Lernziele und Inhalte vorgibt. So wird sichergestellt, dass berufliche Qualifikationen möglichst effektiv und praxisorientiert vermittelt werden – sei es in klassischen Ausbildungsprogrammen oder gezielten Weiterbildungsmaßnahmen.
Curriculum – Konzept
Ein Curriculum besteht aus mehreren Komponenten, deren jeweilige Funktion im Folgenden kurz erklärt wird:
| Komponente | Funktion |
| Lernziele | Definieren, was die Lernenden nach Abschluss des Kurses oder Programms wissen und können sollen. Lernziele sind spezifische, messbare Aussagen über das erwartete Lernergebnis. |
| Inhalte | Themen, Konzepte und Fertigkeiten, die im Rahmen des Curriculums vermittelt werden sollen. Sie sind die Basis für die Unterrichtseinheiten und Aktivitäten. |
| Lernmethoden | Ansätze und Techniken, die verwendet werden, um die Inhalte zu vermitteln und die Lernziele zu erreichen. Sie umfassen didaktische Strategien, Unterrichtsmaterialien und Lernaktivitäten. |
| Bewertung | Legt fest wie der Lernerfolg des Schülers gemessen und bewertet wird, zum Beispiel durch Prüfungen, Projekte, mündliche Präsentationen oder andere Formen der Leistungsbeurteilung. |
Curriculum – Nutzen
Ein Curriculum nutzt Lehrenden, Lernenden und Bildungseinrichtungen gleichermaßen, indem es einen klaren Rahmen vorgibt und allen Beteiligten Orientierung bietet. Lehrkräfte planen aktiv ihren Unterricht, formulieren präzise Lernziele und wählen gezielt passende Methoden aus. Lernende profitieren von Transparenz und Vergleichbarkeit, weil Inhalte und Anforderungen klar strukturiert sind. Bildungseinrichtungen sichern die Qualität ihrer Programme und passen diese kontinuierlich an gesellschaftliche und berufliche Anforderungen an. Gleichzeitig ermöglicht das Curriculum eine kontinuierliche Evaluation und Weiterentwicklung. Es überprüft Lernerfolge, fördert die kritische Reflexion und unterstützt die Anpassung an neue wissenschaftliche Erkenntnisse oder aktuelle Anforderungen des Arbeitsmarktes.
Curriculum – Weiteres Vorgehen
Nach der Erstellung eines Curriculums folgt der entscheidende nächste Schritt: Seine Umsetzung und ständige Weiterentwicklung. Dabei wenden Lehrkräfte und Bildungseinrichtungen häufig das Backward Design an. Sie definieren zuerst die gewünschten Lernergebnisse, legen dann passende Bewertungsmethoden fest und planen anschließend konkrete Lernaktivitäten.
Damit ein Curriculum wirkungsvoll bleibt, entwickeln Lehrkräfte regelmäßig ihre Kompetenzen weiter und setzen neue Inhalte sowie Methoden aktiv um. Bildungseinrichtungen passen zudem ihre Strukturen an, stellen zusätzliche Materialien bereit und integrieren moderne digitale Lernmittel.
Auch die Beteiligten selbst gestalten den Prozess mit: Lehrkräfte, Lernende und Eltern tragen durch ihre Akzeptanz und Unterstützung dazu bei, dass Veränderungen im Curriculum erfolgreich greifen.
Regelmäßige Evaluationen sichern schließlich die Qualität. Bildungseinrichtungen sammeln Feedback, überprüfen die Wirksamkeit und nehmen gezielt Anpassungen vor. So bleibt das Curriculum flexibel, orientiert sich an aktuellen Anforderungen und bereitet Lernende bestmöglich auf ihre Zukunft vor.
Häufige Fragen
- Was ist Curriculum auf Deutsch?
- Was ist der Unterschied zwischen Curriculum und Lehrplan?
- Was ist ein Curriculum an der Uni?
- Was gehört in ein Curriculum?
Das Curriculum (Plural: Curricula; aus dem Lateinischen „Lauf“, „Wettlauf“ oder „Kreisbahn“) ist ein Lehrplan oder Lehrprogramm, das auf didaktischen Prinzipien des Lehrens und Lernens basiert.
Ein Lehrplan ist spezifisch und beschreibt detailliert die Inhalte und Abläufe eines einzelnen Kurses oder Fachs. Das Curriculum ist breiter und umfasst die gesamte Struktur eines Bildungsprogramms. Der Lehrplan ist somit eine operative Komponente innerhalb des Curriculums.
An der Universität beschreibt ein Curriculum die Gesamtheit der Lehrinhalte, Lernziele, Module und Prüfungen eines Studiengangs. Es strukturiert den Studienverlauf und legt fest, welche Kompetenzen Studierende erwerben sollen.
Ein Curriculum enthält Lernziele, Themen und Inhalte, Lehr- und Lernmethoden, zeitliche Abläufe, Prüfungsformen sowie teilweise Hinweise auf Ressourcen und Materialien. Je nach Bildungseinrichtung kann es zusätzlich Kompetenzen, Werte und überfachliche Ziele umfassen.
- Dorsch Hogrefe, „Curriculum“,
https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/curriculum (letzter Zugriff am 29.08.2025). - DVV International, „Curriculum“,
https://www.dvv-international.de/ale-toolbox/lehren-und-fortbilden/curriculum-globale (letzter Zugriff am 29.08.2025). - Gabler Wirtschaftslexikon, „Curriculum“,
https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/curriculum-28425 (letzter Zugriff am 29.08.2025). - KoKo – Kommunale Koordinierung, „Curriculum“,
https://www.kommunale-koordinierung.com/standardelemente/curriculum/ (letzter Zugriff am 29.08.2025). - MBA-Studium, „Curriculum“,
https://www.mba-studium.net/curriculum (letzter Zugriff am 29.08.2025). - SRH Universität, „Curriculum: Definition, Typen und seine Bedeutung im Bildungswesen“,
https://www.mobile-university.de/studium/curriculum/ (letzter Zugriff am 29.08.2025).




