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Fachhochschulen sind praxisorientierte Hochschulen, die wissenschaftliche Lehre mit einem starken Anwendungsbezug verbinden. Sie vermitteln theoretisches Wissen und praxisnahe Kompetenzen und legen großen Wert auf den Transfer in die berufliche Praxis. Durch angewandte Forschung entwickeln sie Lösungen für konkrete Fragestellungen von Wirtschaft und Gesellschaft und stehen in engem Austausch mit Unternehmen und Institutionen. So tragen sie wesentlich zur Innovationskraft und Fachkräfteentwicklung bei. Doch für wen ist ein Studium an einer Fachhochschule geeignet? Welche Ziele verfolgt sie und wie gestaltet sich der Ablauf des Studiums?
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Was ist eine Fachhochschule?
Unter einer Fachhochschule – häufig auch Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) genannt – versteht man eine Hochschule, die anwendungsorientierte Studiengänge anbietet. In Fakultäten oder Fachbereiche gegliedert, die spezialisierte Studiengänge in Bereichen wie Technik, Wirtschaft, Sozialwesen, Gesundheit oder Design betreuen, wird eine enge Verzahnung zwischen Theorie und Praxis sichergestellt. Auch duale Studiengänge sind möglich.
In Deutschland existieren rund 200 Fachhochschulen bzw. Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) sowie etwa 30 Fachhochschulen für Verwaltung. Im Unterschied zu Universitäten steht hier nicht die reine Grundlagenforschung, sondern die berufsorientierte Anwendung von Wissen im Vordergrund.
Entwicklung einer Fachhochschule
Fachhochschulen sind ein vergleichsweise junger Hochschultyp. Ihre Entstehung geht auf die späten 1960er- und frühen 1970er-Jahre zurück, als die bis dahin eigenständigen Ingenieurschulen, Akademien und Höheren Fachschulen für Bereiche wie Gestaltung, Sozialarbeit oder Wirtschaft zusammengeführt wurden.
Mit dem „Abkommen zwischen den Ländern der Bundesrepublik zur Vereinheitlichung auf dem Gebiet des Fachhochschulwesens“ vom 31. Oktober 1968 wurden Fachhochschulen in das tertiäre Bildungssystem eingeführt. Fachhochschulen sollten praxisorientiert ausbilden und Studierende auf einen schnellen Berufseinstieg vorbereiten sowie angewandte Forschung betreiben. Bis heute sind sie ein zentraler Bestandteil des deutschen Bildungssystems.
Fachhochschule – Konzept und Funktion
Das Konzept einer Fachhochschule basiert auf einer praxisnahen und berufsorientierten Ausbildung. Neben der Vermittlung theoretischen Wissens legen Fachhochschulen großen Wert auf praktische Kompetenzen, die die Studierenden gezielt auf einen schnellen Einstieg ins Berufsleben vorbereiten. Lehrinhalte werden in Vorlesungen, Seminaren und Übungen vermittelt und durch Praxissemester, Projektarbeiten oder verpflichtende Praktika ergänzt. Charakteristisch sind kleine Lerngruppen, die eine persönliche Betreuung durch die Lehrkräfte ermöglichen. An Fachhochschulen unterrichten viele Dozenten parallel zu ihrer beruflichen Tätigkeit. Durch praxisnahe Beispiele erzeugen sie einen direkten Bezug zum Berufsalltag.

Ein besonderes Merkmal ist die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen und Institutionen. Diese Praxisnähe erleichtert den Absolventen den Zugang zum Arbeitsmarkt und schafft wertvolle Netzwerke für ihre berufliche Zukunft. Darüber hinaus spielen duale Studiengänge in der Ausbildung von qualifizierten Fach- und Führungskräften für den Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle: Sie kombinieren Hochschulstudium und betriebliche Ausbildung und ermöglichen es Studierenden, theoretisches Wissen direkt in der Praxis anzuwenden.
Zielgruppe einer Fachhochschule
Fachhochschulen richten sich an Menschen, die eine akademische Ausbildung mit einer engen Verbindung zwischen Theorie und Praxis anstreben, die sie gut auf den Einstieg ins Berufsleben vorbereitet. Für die Aufnahme eines Studiums an einer Fachhochschule wird in der Regel das fachgebundene Abitur vorausgesetzt, wobei die genauen Anforderungen je nach Hochschule und Studienmodell variieren. Teilweise akzeptieren Fachhochschulen auch Bewerber mit einer abgeschlossen Berufsausbildung und / oder einschlägiger Berufserfahrung. Fachhochschulen eröffnen damit nicht nur Schulabgängern, sondern auch Berufstätigen attraktive Perspektiven – etwa durch berufsbegleitende Studienangebote oder Fernstudiengänge.
Fachhochschule – Kosten
Staatliche Fachhochschulen erheben in der Regel keine Studiengebühren. Studierende zahlen jedoch einen Semesterbeitrag zwischen 100 und 400 Euro, der Verwaltungsgebühren, studentische Angebote und ein Semesterticket für den Nahverkehr deckt. Die Kosten an einer privaten Fachhochschule liegen mit zwischen 3.000 und über 10.000 Euro pro Jahr deutlich höher. Bei einem dualen Studiengang erhalten die Absolventen vom Ausbildungsbetrieb ein Gehalt. Dieser übernimmt auch die Studiengebühren.
Fachhochschule – Kritik und Herausforderungen
Fachhochschulen bieten praxisorientierte Studiengänge, die durch die enge Verzahnung von Theorie und Praxis den direkten Einstieg ins Berufsleben erleichtern. Dennoch stehen sie häufig in der Kritik. Die Lehrinhalte in manchen Studienrichtungen bieten im Vergleich zu Universitäten einen geringen Anteil an Theorie, wodurch die Möglichkeiten für eine langfristige wissenschaftliche Laufbahn begrenzt sind. Für eine anschließende Promotion bieten viele Fachhochschulen nur eingeschränkte Möglichkeiten, auch wenn es zunehmend Kooperationen mit Universitäten gibt.
Fachhochschulen sind seit ihrer Gründung ein wichtiger Bestandteil des deutschen Hochschulsystems. Sie bilden nicht nur qualifizierte Fachkräfte aus, sondern sind auch ein wichtiger Partner für Wirtschaft und Gesellschaft. Um im Wettbewerb der Hochschulen bestehen zu können, stehen sie vor der Herausforderung, ihre wissenschaftliche Anerkennung zu stärken und die Balance zwischen Praxisnähe und akademischer Tiefe zu finden.
Häufige Fragen
- Was ist eine Fachhochschule?
- Fachhochschule oder Universität – Was ist besser?
- Welchen Notendurchschnitt braucht man für die Fachhochschule?
- Was ist der Unterschied zwischen Hochschule und Fachhochschule?
Eine Fachhochschule ist eine Hochschule, die akademische Lehre mit starker Praxisorientierung verbindet und Studierende gezielt auf einen direkten Einstieg ins Berufsleben vorbereitet.
Ob Fachhochschule oder Universität besser ist, hängt von den persönlichen Zielen ab. Eine Fachhochschule richtet sich an Personen, die praxisnah studieren und direkt ins Berufsleben einsteigen möchten. Wer theoretisch arbeiten, forschen oder eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, sollte an einer Universität studieren.
Einen festen Notendurchschnitt für den Zugang an eine Fachhochschule wird meist nicht verlangt. Bei zulassungsbeschränkten Studiengängen kann ein NC gelten, der je nach Studiengang und Hochschule variieren kann.
Hochschule ist der Oberbegriff für Universitäten, Fachhochschulen (HAW), sowie Kunst- und Musikhochschulen. Fachhochschulen sind praxisorientiert, während Universitäten beispielsweise den Fokus stärker auf Theorie und Grundlagenforschung legen.
- Uni oder FH – was passt zu Dir?, https://studieren.de/... (letzter Zugriff am 22.08.2025)
- Gabler Wirtschaftslexikon, Fachhochschule, https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/fachhochschule-123061
(letzter Zugriff am 22.08.2025)




