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Sozial-Karriere Lexikon Kindergarten

Kindergarten: Grundlagen und Formen

Florentina Blakaj
von Florentina Blakaj (Autorin) Zuletzt aktualisiert: 21.01.2026
SK Lexikon Kindergarten

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist ein Kindergarten?
  2. Geschichte
  3. Formen
  4. Für wen ist es sinnvoll?
  5. Konzept
  6. Kosten
  7. Perspektive

Kindergärten und Kindertagesstätten spielen eine zentrale Rolle in der frühen Entwicklung von Kindern. Sie bieten weit mehr als nur Betreuung: Kinder lernen soziale Fähigkeiten, Selbstständigkeit und Kreativität, entdecken eigene Interessen und bereiten sich spielerisch auf die Schule vor. Verschiedene pädagogische Konzepte, wie Montessori, Waldorf oder Waldkindergarten, setzen unterschiedliche Schwerpunkte, um die individuelle Entwicklung zu fördern. Auch die frühzeitige Förderung von Sprache, Bewegung und Verantwortungsbewusstsein ist ein wichtiger Bestandteil. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Geschichte, Formen, Ziele und Perspektiven des Kindergartens sowie den Unterschied zwischen Kita, Krippe und Kindergarten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist ein Kindergarten?
  2. Geschichte
  3. Formen
  4. Für wen ist es sinnvoll?
  5. Konzept
  6. Kosten
  7. Perspektive

Was ist ein Kindergarten?

Ein Kindergarten ist eine Form der Kindertageseinrichtung, in der Kinder im Alter von etwa drei Jahren bis zur Einschulung gemeinsam lernen, spielen und wachsen. Er übernimmt einen bildenden, erziehenden und betreuenden Auftrag, der die Familie ergänzt. Dabei ermöglicht er Kindern, wichtige Erfahrungen außerhalb des familiären Rahmens zu sammeln, etwa im sozialen Umgang, bei täglichen Abläufen oder in spielerischen Lernsituationen. So erweitert der Kindergarten nicht nur den Alltag der Kinder, sondern unterstützt zugleich ihre persönliche und soziale Entwicklung aktiv.

Unterschied zwischen Kita, Kindergarten und Krippe

Kita (Kindertagesstätte) ist der Überbegriff für verschiedene Betreuungsformen von Kindern vor der Schulzeit.

Eine Krippe ist eine Betreuungseinrichtung für Babys und Kleinkinder bis etwa drei Jahre.

Ein Kindergarten ist für Kinder ab drei Jahren bis zur Einschulung, mit Fokus auf Bildung, Förderung und Vorbereitung auf die Schule.

Kindergarten – Geschichte

Der erste Kindergarten wurde 1840 in Bad Blankenburg in Thüringen von Friedrich Fröbel gegründet. Er wollte einen Ort schaffen, an dem Kinder spielerisch lernen und ihre Fähigkeiten entfalten können. Dieses Konzept verbreitete sich schnell in Deutschland und weltweit. Mit dem Thüringer Kita-Gesetz von 2010 erhielt die frühkindliche Bildung neue Impulse: Es stärkte die Qualität der Betreuung, förderte die individuelle Förderung der Kinder und machte die Angebote familienfreundlicher. So verbindet der Kindergarten heute eine lange Tradition mit modernen pädagogischen Ansätzen.

Kindergarten – Formen

Kindergärten gibt es in vielen verschiedenen Formen. Jedes Konzept hat eigene Schwerpunkte und Methoden, um die Entwicklung der Kinder zu fördern. Die Wahl hängt oft von den Bedürfnissen des Kindes, den Vorstellungen der Eltern und den örtlichen Angeboten ab. Im Folgenden werden die wichtigsten Konzepte kurz vorgestellt.

Kindergarten Anwendung
Waldorf-Kindergarten Der Waldorf-Kindergarten folgt der Pädagogik von Rudolf Steiner, die auf einer spirituellen Weltanschauung basiert. Ziel ist die ganzheitliche Entwicklung von Körper, Geist und Seele. Kinder lernen vor allem durch Beobachten und Nachahmen, wobei Erzieher eine starke Vorbildfunktion haben. Ein fester Tagesrhythmus gibt den Kindern Sicherheit und Struktur.
Montessori-Kindergarten Nach dem Motto „Hilf mir, es selbst zu tun“ steht hier das eigenständige Lernen im Mittelpunkt. Erzieher greifen nur wenig ein und geben den Kindern Raum, Entscheidungen selbst zu treffen und Fehler eigenständig zu korrigieren. Spezielles Montessori-Material fördert Bewegung, Neugier und Entdeckungsfreude.
Waldkindergarten Dieses Konzept stammt aus Skandinavien und findet fast ausschließlich im Freien statt. Die Kinder spielen mit Naturmaterialien wie Steinen und Stöcken, was Fantasie und Kreativität anregt. Bewegung an der frischen Luft stärkt Immunsystem und Abwehrkräfte. Trotz viel Freiraum sorgen klare Regeln für Sicherheit.
Freinet-Pädagogik Hier stehen die freie Entfaltung der Persönlichkeit, Selbstverantwortung und kritisches Denken im Vordergrund. Kinder entdecken ihre Stärken selbst und gewinnen dadurch Selbstvertrauen. Sie lernen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen und entwickeln sich zu selbstbewussten Persönlichkeiten.
Spielzeugfreier Kindergarten Seit 1992 setzt dieses Konzept bewusst auf den Verzicht von Spielzeug, um Fantasie und Kreativität zu fördern. Kinder sollen lernen, eigene Spielideen zu entwickeln und Probleme selbst zu lösen – ein Ausgleich zur Konsumwelt, in der fertige Produkte oft vorgegeben sind.
Integrationskindergarten In Integrationskindergärten lernen Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen gemeinsam. Rücksicht, Toleranz und Gleichberechtigung stehen im Mittelpunkt. Speziell ausgebildete Pädagogen unterstützen dabei, dass jedes Kind seine Stärken entfalten kann und ein Gefühl von Zugehörigkeit entwickelt.
Bewegungskindergarten Hier dreht sich alles um Bewegung. Kinder können ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben, was Motorik und Körperbewusstsein stärkt. Unterschiedlich gestaltete Räume und gezielte Bewegungsangebote fördern selbstbestimmtes Lernen durch Aktivität.

Kindergarten – Für wen ist es sinnvoll?

Der Kindergarten richtet sich in der Regel an Kinder ab etwa drei Jahren bis zur Einschulung. In dieser Zeit profitieren sie besonders von sozialen Kontakten, gemeinsamen Spielen und vielfältigen Lernanreizen. Sie üben, Konflikte zu lösen, Regeln einzuhalten und sich in einer Gruppe zurechtzufinden. Gleichzeitig werden sprachliche, motorische und kognitive Fähigkeiten gefördert. Auch für Eltern ist der Kindergarten sinnvoll, da er die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert und die Kinder gezielt auf den Übergang in die Schule vorbereitet.

Kindergarten – Konzept

Der Kindergarten ist nicht nur ein Ort zum Spielen, sondern ein wichtiger Schritt in der Entwicklung von Kindern. Hier lernen sie, soziale Fähigkeiten auszubauen, Regeln zu verstehen und sich auf neue Herausforderungen einzulassen. Gleichzeitig werden Sprache, Kreativität und Selbstständigkeit gefördert. Kinder übernehmen erste Verantwortung, entdecken eigene Interessen und entwickeln Selbstvertrauen. Durch vielfältige Angebote und gezielte pädagogische Unterstützung bereitet der Kindergarten die Kinder spielerisch auf die Schule vor und stärkt ihre Persönlichkeit für den Alltag in der Gemeinschaft.

SK Lexikon Kindergarten Zahlen

Kindergarten – Kosten

Die Gebühren für Kinderbetreuung legt jede Kommune selbst fest, weshalb sie je nach Wohnort unterschiedlich ausfallen. Meist richten sich die Kosten nach der wöchentlichen Betreuungszeit, dem Einkommen der Eltern und der Anzahl der Kinder in der Familie. Eltern können zudem finanzielle Unterstützung für den Kita-Besuch beantragen. In einigen Regionen sind Kindergärten sogar beitragsfrei, wobei nur die Verpflegungskosten anfallen. Teilweise gilt die Beitragsfreiheit jedoch nur für eine Grundbetreuung von bis zu fünf Stunden täglich.

Kindergarten – Perspektive

Der Kindergarten ist mehr als nur eine Betreuungseinrichtung – er ist ein entscheidender Baustein für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Frühe Bildung legt den Grundstein für Chancengleichheit und individuelle Entwicklung. Studien zeigen, dass bereits in den ersten Lebensjahren erhebliche Unterschiede in den Kompetenzen von Kindern entstehen, insbesondere zwischen verschiedenen sozioökonomischen Gruppen.

In den kommenden Jahren wird es entscheidend sein, die Qualität der frühkindlichen Bildung weiter zu steigern. Dies erfordert Investitionen in die Ausbildung und Arbeitsbedingungen von Fachkräften sowie die Entwicklung von Qualitätsstandards.

Ein zukunftsfähiger Kindergarten muss sich zudem als Zentrum für Familien verstehen. Durch die enge Zusammenarbeit mit Eltern und die Integration von Unterstützungsangeboten kann er einen wichtigen Beitrag zur sozialen Integration und zum Abbau von Ungleichheiten leisten.

Häufige Fragen

  1. Ab wann geht man in den Kindergarten?
  2. In der Regel ab drei Jahren bis zur Einschulung.

  3. Ist Kindergarten Pflicht?
  4. Nein, ein Kindergartenbesuch ist keine Pflicht. Nur die Schule ist verpflichtend.

  5. Wann meldet man ein Kind im Kindergarten an?
  6. Meist sollte die Anmeldung 6–12 Monate vor gewünschtem Starttermin erfolgen.

Autor
Florentina Blakaj

Florentina Blakaj

Autorin

Florentina studiert Medienbildung an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Ihr Studium verbindet medienpädagogische, -technologische und -wissenschaftliche Ansätze, wodurch sie ein tiefgehendes Verständnis für digitale Medien und deren Vermittlung entwickelt. Als Autorin unterstützt sie die Recherche, Konzeption und Erstellung redaktioneller Inhalte. Mit ihrem Gespür für zielgruppengerechte Kommunikation sorgt sie für informative und gut strukturierte Beiträge zu Karriere- und Gesundheitsthemen.

Quellen
  • Baer Bayern, „Kindertageseinrichtungen“, https://www.baer.bayern.de/familie/kinderbetreuung-bis-zur-schule/kindertageseinrichtungen/ (letzter Zugriff am 14.08.2025).
  • Bildung Thüringen, „Kindergarten und frühkindliche Bildung“, https://bildung.thueringen.de/bildung/kindergarten (letzter Zugriff am 14.08.2025).
  • Kinderstube Pasing, „Kita, Kindergarten oder Krippe – Was ist der Unterschied?“, 22.11.2021, https://kinderstube-muenchen.org/kita-kindergarten-oder-krippe-was-ist-der-unterschied/ (letzter Zugriff am 14.08.2025).
  • KIVAN, „Welches Konzept ist das beste?“, 14.03.2024, https://www.kivan.de/8-kita-konzepte-im-ueberblick/ (letzter Zugriff am 14.08.2025).

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