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Sozial-Karriere Lexikon Praxisintegrierte Ausbildung

Praxisintegrierte Ausbildung: Voraussetzungen und Ablauf

Florentina Blakaj
von Florentina Blakaj (Autorin) Zuletzt aktualisiert: 21.01.2026
SK Lexikon Praxisintegrierte Ausbildung

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist eine praxisintegrierte Ausbildung?
  2. Hintergrund zur Thematik
  3. Grundlagen
  4. Für wen ist es sinnvoll?
  5. Ablauf
  6. Bedeutung für das Sozialwesen
  7. Perspektive

Die praxisintegrierte Ausbildung (PiA) gewinnt im Sozialwesen zunehmend an Bedeutung. Sie verbindet theoretisches Wissen aus der Fachschule mit praktischer Erfahrung in sozialen Einrichtungen – und das von Anfang an. Besonders für angehende Erzieher stellt sie eine attraktive Alternative zur klassischen schulischen Ausbildung dar. Denn neben der intensiven Praxiserfahrung erhalten Auszubildende auch eine monatliche Vergütung. In Zeiten von Fachkräftemangel und steigender Nachfrage nach gut ausgebildetem Personal bietet die PiA einen praxisnahen und zukunftssicheren Weg in den sozialen Beruf. Der folgende Artikel gibt einen Überblick über Ablauf, Voraussetzungen und Perspektiven.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist eine praxisintegrierte Ausbildung?
  2. Hintergrund zur Thematik
  3. Grundlagen
  4. Für wen ist es sinnvoll?
  5. Ablauf
  6. Bedeutung für das Sozialwesen
  7. Perspektive

Was ist eine praxisintegrierte Ausbildung?

Die praxisintegrierte Ausbildung, kurz PiA, ist eine besondere Form der schulischen Ausbildung. Anders als bei der klassischen schulischen Ausbildung sind hier Theorie und Praxis von Anfang an eng miteinander verbunden. Die Auszubildenden besuchen regelmäßig die Fachschule, um theoretisches Wissen zu lernen, und arbeiten gleichzeitig in einer sozialen Einrichtung, um dieses Wissen direkt anzuwenden. Durch diese enge Verzahnung sammeln sie über die gesamte Ausbildungszeit hinweg praktische Erfahrungen, nicht nur in einzelnen Praktika. Genau deshalb nennt man diese Ausbildungsform „praxisintegriert“.

Praxisintegrierte Ausbildung – Hintergrund zur Thematik

Die reguläre schulische Ausbildung, wie sie im Sozialwesen oft üblich ist, etwa für Erzieher oder Sozialassistenten, bringt einige Herausforderungen mit sich. Ein großer Nachteil ist, dass es dafür in der Regel keine Ausbildungsvergütung gibt. Das macht es für viele schwer, die Ausbildung finanziell zu stemmen. Hinzu kommt, dass teilweise sogar Gebühren für die Schule anfallen. Zwar gibt es Fördermöglichkeiten, doch diese sind oft kompliziert zu beantragen und mit bürokratischem Aufwand verbunden. Genau hier setzt die praxisintegrierte Ausbildung an: Sie bietet nicht nur Praxisnähe, sondern auch eine monatliche Vergütung und wird so für viele zur attraktiven Alternative.

Praxisintegrierte Ausbildung – Grundlagen

Die praxisintegrierte Ausbildung (PiA) ähnelt im Ablauf der dualen Ausbildung, da sie Schule und Praxis miteinander verbindet. Dennoch gibt es einen wichtigen Unterschied: Die PiA ist nicht an das Berufsbildungsgesetz gebunden. Das bedeutet, dass sie nicht unter den gleichen gesetzlichen Rahmenbedingungen wie klassische duale Ausbildungen läuft. Stattdessen liegt die Verantwortung für die Ausbildung bei der jeweiligen Fachschule. Diese koordiniert die Lerninhalte und stimmt Theorie und Praxis eng aufeinander ab. Dadurch bleibt die Ausbildung flexibel und orientiert sich stark an den Bedürfnissen der sozialen Praxis.

Praxisintegrierte Ausbildung – Für wen ist es sinnvoll?

Die praxisintegrierte Ausbildung ist besonders sinnvoll für Menschen, die von Anfang an praktisch arbeiten möchten und sich eine enge Verbindung zwischen Theorie und Praxis wünschen. Wer nicht nur im Klassenzimmer lernen, sondern das Gelernte direkt in einer sozialen Einrichtung anwenden will, ist bei der PiA genau richtig. Zudem bietet diese Ausbildungsform den Vorteil, dass man während der gesamten Ausbildungszeit in einer festen Einrichtung arbeitet – oft mit der Chance auf eine spätere Übernahme. Auch wer finanziell auf eine Vergütung angewiesen ist, profitiert: Im Gegensatz zur klassischen schulischen Ausbildung wird man bei der PiA monatlich bezahlt. So eignet sich diese Ausbildungsform besonders für alle, die praxisnah lernen und gleichzeitig finanziell unabhängig bleiben möchten.

SK Lexikon Praxisintegrierte Ausbildung (1)

Praxisintegrierte Ausbildung – Ablauf

Die praxisintegrierte Ausbildung erfordert sowohl einen Platz an einer Fachschule für Sozialpädagogik als auch eine Zusage von einer Einrichtung, etwa einer Kita oder einem Jugendhilfezentrum. In vielen Fällen beginnt der Bewerbungsprozess mit einer vorläufigen Schulplatzzusage, bevor man sich bei einer Einrichtung bewirbt. Die genauen Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Träger, in der Regel braucht man aber mindestens einen mittleren Schulabschluss. Wer kein Abitur hat, muss häufig zusätzlich ein sozialpädagogisches Einführungsjahr (SEJ) absolvieren.

Während der Ausbildung verbringen die Auszubildenden zwei bis drei Tage pro Woche in der Einrichtung, die übrige Zeit findet Unterricht an der Fachschule statt. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und endet mit einer Abschlussprüfung an der Schule. Ein großer Vorteil: Das sonst übliche Anerkennungsjahr, das bei der rein schulischen Ausbildung erforderlich ist, entfällt meist. Es gibt auch Teilzeitmodelle, bei denen der Unterricht abends oder am Wochenende stattfindet – ideal für Menschen mit familiären oder beruflichen Verpflichtungen.

Praxisintegrierte Ausbildung – Bedeutung für das Sozialwesen

Die praxisintegrierte Ausbildung spielt eine wichtige Rolle dabei, Berufe im Sozialwesen attraktiver zu machen. Durch die enge Verbindung von Theorie und Praxis sammeln Auszubildende von Anfang an wertvolle Berufserfahrung. Gleichzeitig sorgt die Ausbildungsvergütung dafür, dass die Ausbildung finanziell besser zu bewältigen ist – ein großer Vorteil gegenüber der klassischen schulischen Ausbildung. Ein weiterer Pluspunkt: Wer die Ausbildung erfolgreich abschließt, hat oft sehr gute Chancen, direkt in der Einrichtung übernommen zu werden, in der er oder sie gelernt hat. So gelingt der Einstieg ins soziale Berufsfeld nahtlos und mit einer starken praktischen Grundlage.

Welche Ausbildungsberufe sind als PiA möglich?

Die praxisintegrierte Ausbildung wird vor allem für den Beruf Erzieher angeboten - das ist bundesweit die häufigste Variante. Ebenfalls möglich ist die PiA für Heilerziehungspfleger, die Menschen mit Behinderung im Alltag unterstützen. In einigen Bundesländern gibt es auch praxisintegrierte Modelle für Sozialpädagogische Assistenten, Sozialassistenten, Jugend- und Heimerzieher oder Haus- und Familienpfleger. Welche Berufe im Rahmen der PiA möglich sind, hängt oft vom jeweiligen Bundesland ab. Ein Blick auf die regionalen Angebote lohnt sich also.

Praxisintegrierte Ausbildung – Perspektive

Die praxisintegrierte Ausbildung bietet eine vielversprechende Perspektive für den Einstieg in soziale Berufe. Durch die enge Verbindung von Praxis und Theorie sind die Absolventen besonders gut auf den Berufsalltag vorbereitet. Viele Einrichtungen übernehmen ihre Auszubildenden nach dem Abschluss, was den Übergang ins Berufsleben erleichtert. Zudem wird die PiA von vielen Trägern und Städten, wie Bielefeld oder Nürnberg, aktiv gefördert, um dem Fachkräftemangel im Sozialwesen entgegenzuwirken. Auch langfristig bietet die Ausbildung gute Chancen: Nach dem erfolgreichen Abschluss stehen Weiterbildungen, Fachschulstudiengänge oder sogar ein anschließendes Studium offen. Wer sich für soziale Arbeit begeistert und praxisnah lernen möchte, findet in der PiA eine zukunftssichere und attraktive Ausbildung.

Häufige Fragen

  1. Welchen Schulabschluss braucht man für die praxisorientierte Ausbildung?
  2. Meist braucht man mindestens einen mittleren Schulabschluss. Mit Abitur entfällt oft das sozialpädagogische Einführungsjahr.

  3. Kann die praxisorientierte Ausbildung verkürzt werden?
  4. Ja, die Ausbildung kann teilweise verkürzt werden, wenn bereits das Abitur oder eine andere abgeschlossene Berufsausbildung vorliegt.

Autor
Florentina Blakaj

Florentina Blakaj

Autorin

Florentina studiert Medienbildung an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Ihr Studium verbindet medienpädagogische, -technologische und -wissenschaftliche Ansätze, wodurch sie ein tiefgehendes Verständnis für digitale Medien und deren Vermittlung entwickelt. Als Autorin unterstützt sie die Recherche, Konzeption und Erstellung redaktioneller Inhalte. Mit ihrem Gespür für zielgruppengerechte Kommunikation sorgt sie für informative und gut strukturierte Beiträge zu Karriere- und Gesundheitsthemen.

Quellen
  • Azubis.de, „Duale Vs. Schulische Ausbildung“, 14.10.2021, https://www.azubis.de/blog/azubi-blog/duale-vs-schulische-ausbildung (letzter Zugriff am 07.08.2025).
  • Bielefeld.de, „Praxisintegrierte Ausbildung zumzur Erzieherin“, https://www.bielefeld.de/ausbildung-erzieher (letzter Zugriff am 07.08.2025).
  • Caritas, „Praxisintegrierte Ausbildung (PIA) zum Erzieher (m/w/d) bei der Caritas“, https://job.caritas-nah-am-naechsten.de/praxisintegrierte-ausbildung-zum-erzieher (letzter Zugriff am 07.08.2025).
  • Einstieg, „PiA – praxisintegrierte Ausbildung zum/zur Erzieher:in“, 20.06.2024, https://www.einstieg.com/ausbildung/news/pia-praxisintegrierte-ausbildung-zum-erzieher.html (letzter Zugriff am 07.08.2025).
  • Erzieherin-Ausbildung.de, „Die PiA-Ausbildung – der praxisintegrierte Weg zur Erzieherin“, https://www.erzieherin-ausbildung.de/praxis/ausbildung-studium/die-pia-ausbildung-der-praxisintegrierte-weg-zur-erzieherin (letzter Zugriff am 07.08.2025).
  • Jobs-regional.de, „Praxisintegrierte Ausbildung“, 28.02.2024, https://www.jobs-regional.de/ausbildungsguide/praxisintegrierte-ausbildung (letzter Zugriff am 07.08.2025).
  • Nürnberg.de, „Praxisintegrierte Ausbildung zum/zur Erzieher/in (w/m/d)“, https://www.nuernberg.de/internet/jugendamt/pia.html (letzter Zugriff am 07.08.2025).

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