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Sozial-Karriere Lexikon Vorbereitungsdienst für Lehrer

Vorbereitungsdienst für Lehrer: Definition und Aufbau

Antonia Knobel
von Antonia Knobel (Autorin) Zuletzt aktualisiert: 04.05.2026
Vorbereitungsdienst Für Lehrer

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist der Vorbereitungsdienst für Lehrer?
  2. Grundlagen
  3. Kompetenzen
  4. Ablauf
  5. Kosten
  6. Kritik

Der Vorbereitungsdienst für Lehrer ist der entscheidende Schritt vom Studium in den Berufsalltag und prägt maßgeblich den späteren Karriereverlauf. In dieser Phase sammeln angehende Lehrkräfte praktische Erfahrungen, übernehmen Verantwortung im Unterricht und entwickeln zentrale Kompetenzen für den Schulalltag. Gleichzeitig stehen sie vor neuen Herausforderungen wie Leistungsdruck und Prüfungsanforderungen. Die Kombination aus Praxis, Theorie und Bewertung macht diese Ausbildungsphase besonders intensiv und prägend – im Folgenden werden Aufbau, Inhalte und Rahmenbedingungen näher beleuchtet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Dauer: meist 18 bis 24 Monate
  • Inhalte: Unterrichtspraxis, Seminare, Didaktik und Pädagogik
  • Aufbau: Kombination aus Schule und Studienseminar
  • Abschluss: Zweites Staatsexamen
  • Vergütung: Anwärterbezüge im Beamtenverhältnis auf Widerruf
  • Unterricht: ca. 8 bis 18 Stunden pro Woche
  • Ziel: Vorbereitung auf den eigenständigen Schuldienst

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist der Vorbereitungsdienst für Lehrer?
  2. Grundlagen
  3. Kompetenzen
  4. Ablauf
  5. Kosten
  6. Kritik

Was ist der Vorbereitungsdienst für Lehrer?

Der Vorbereitungsdienst für Lehrer bildet die zweite Phase der Lehrerausbildung in Deutschland und folgt auf das abgeschlossene Studium. In dieser Zeit erfolgt die praktische Ausbildung an Schulen sowie an Studienseminaren. Ziel ist es, angehende Lehrkräfte gezielt auf den Berufsalltag vorzubereiten und ihre pädagogischen, didaktischen und fachlichen Kompetenzen weiterzuentwickeln. Der Vorbereitungsdienst dauert je nach Bundesland in der Regel zwischen 18 und 24 Monaten. Während dieser Phase übernehmen Lehramtsanwärter schrittweise eigenverantwortlichen Unterricht und sammeln praktische Erfahrungen im Schulbetrieb. Gleichzeitig finden begleitende Seminare statt, in denen Unterricht geplant, reflektiert und weiterentwickelt wird. Am Ende steht das Zweite Staatsexamen, das als Voraussetzung für eine feste Anstellung im Schuldienst gilt. Der Vorbereitungsdienst verbindet somit Theorie und Praxis und stellt eine zentrale Etappe auf dem Weg in den Lehrerberuf dar.

Grundlagen

Der Vorbereitungsdienst für Lehrer ist bundesweit geregelt, wird jedoch von den einzelnen Bundesländern organisiert und durchgeführt. Trotz unterschiedlicher Bezeichnungen wie Referendariat oder Lehramtsanwärterdienst folgen Aufbau und Inhalte ähnlichen Strukturen. Die Ausbildung erfolgt im Beamtenverhältnis auf Widerruf oder in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis. Teilnehmer erhalten in dieser Zeit bereits Anwärterbezüge.

Die Ausbildung gliedert sich in mehrere Ausbildungsabschnitte. Neben der praktischen Tätigkeit an der Schule spielt das Studienseminar eine zentrale Rolle. Dort stehen die Planung, Analyse und Reflexion von Unterricht im Fokus. Auch rechtliche Grundlagen des Schulwesens und Fragen der Schulorganisation gehören dazu. Zudem dokumentieren Lehramtsanwärter ihre Entwicklung häufig in Portfolios oder Ausbildungsnachweisen.

Ein weiterer Bestandteil ist die enge Betreuung durch Mentoren und Fachleiter. Diese begleiten den Lernprozess kontinuierlich und bewerten die Leistungen. Der Vorbereitungsdienst folgt festen Ausbildungsordnungen und erfordert eine aktive Auseinandersetzung mit den Anforderungen des Lehrerberufs.

Vorbereitungsdienst für Lehrer – Kompetenzen

Im Vorbereitungsdienst entwickeln angehende Lehrkräfte gezielt berufliche Handlungskompetenzen, die für den Schulalltag entscheidend sind. Die folgende Tabelle zeigt zentrale Kompetenzbereiche und deren Inhalte:

Kompetenzbereich Inhalte und Fähigkeiten
Unterrichtskompetenz Planung, Durchführung und Reflexion von Unterricht, Einsatz didaktischer Methoden
Erziehungskompetenz Klassenführung, Konfliktlösung, Förderung sozialer Kompetenzen
Beurteilungskompetenz Leistungsbewertung, Erstellung von Prüfungen, transparente Notengebung
Beratungskompetenz Gespräche mit Schülern, Elternarbeit, individuelle Förderung
Fachkompetenz Vertiefung des eigenen Unterrichtsfachs, fachliche Aktualisierung
Organisationskompetenz Zeitmanagement, Unterrichtsorganisation, schulische Abläufe verstehen
Team- und Kooperationsfähigkeit Zusammenarbeit im Kollegium, Austausch mit Fachleitern und Schulleitung
Reflexionskompetenz Selbstkritische Analyse des eigenen Unterrichts, Weiterentwicklung der eigenen Praxis
Rechtliche Kompetenz Kenntnisse im Schulrecht, Aufsichtspflicht, rechtssicheres Handeln im Schulalltag

Vorbereitungsdienst für Lehrer – Ablauf

Der Ablauf des Vorbereitungsdienstes folgt einer klaren Struktur und verbindet praktische Unterrichtserfahrung mit kontinuierlicher Bewertung. Zu Beginn steht meist eine Hospitationsphase. In dieser beobachten Lehramtsanwärter den Unterricht erfahrener Lehrkräfte und lernen schulische Abläufe kennen. Anschließend übernehmen sie schrittweise eigenständigen Unterricht, zunächst begleitet und später zunehmend eigenverantwortlich.

Ein zentraler Bestandteil sind regelmäßige Unterrichtsbesuche. Dabei beobachten Fachleiter oder Ausbilder einzelne Stunden und bewerten diese im Anschluss. Es folgen ausführliche Reflexionsgespräche, in denen Stärken und Entwicklungspotenziale analysiert werden. Diese Besuche dienen der gezielten Verbesserung der Unterrichtsqualität und fließen in die Gesamtbewertung ein.

Parallel dazu nehmen Anwärter an Seminaren teil, in denen sie Unterrichtskonzepte erarbeiten und theoretische Inhalte vertiefen. Auch Lehrproben spielen eine wichtige Rolle. Diese Prüfungsstunden finden unter Beobachtung statt und bilden einen wesentlichen Teil des Zweiten Staatsexamens. Der Ablauf erfordert daher eine kontinuierliche Vorbereitung und aktive Weiterentwicklung.

Wie hoch ist die Unterrichtsverpflichtung im Referendariat?

Die Unterrichtsverpflichtung im Referendariat liegt in der Regel zwischen 8 und 18 Stunden pro Woche. Sie variiert je nach Bundesland, Schulform und Ausbildungsphase. Referendare übernehmen einen Teil des Unterrichts eigenverantwortlich und sammeln so praktische Erfahrung im Schulalltag. Zusätzlich nehmen sie an Seminaren und weiteren Ausbildungsformaten teil, die den Stundenumfang ergänzen. Dadurch kann die tatsächliche Arbeitsbelastung über die reine Unterrichtszeit hinausgehen.

Vorbereitungsdienst für Lehrer – Kosten

Der Vorbereitungsdienst für Lehrer verursacht keine klassischen Ausbildungskosten, da angehende Lehrkräfte bereits ein Einkommen erhalten. Statt Studiengebühren oder Lehrgangskosten steht die finanzielle Situation während dieser Phase im Fokus. In der Regel erfolgt die Ausbildung im Beamtenverhältnis auf Widerruf. Dadurch erhalten Referendare Anwärterbezüge sowie Beihilfe bei Krankheitskosten. Gleichzeitig entfallen Beiträge zur Arbeitslosenversicherung, wodurch kein Anspruch auf Arbeitslosengeld I entsteht. In einzelnen Fällen kann auch ein Angestelltenverhältnis bestehen, etwa wenn gesundheitliche Voraussetzungen nicht erfüllt sind.

Die Höhe des Verdienstes variiert je nach Bundesland und Schulart. Häufig verdienen Referendare an Gymnasien etwas mehr als an Grundschulen, wobei viele Länder die Besoldung zunehmend angleichen. Zusätzlich setzen einige Bundesländer finanzielle Anreize, um den Lehrermangel zu bekämpfen. In Mecklenburg-Vorpommern erhalten Referendare beispielsweise Zuschläge von bis zu 40 Prozent, wenn sie sich verpflichten, nach dem Abschluss mehrere Jahre an einer Bedarfsschule zu arbeiten. Auch Niedersachsen zahlt eine monatliche Prämie für bestimmte Schulformen.

Insgesamt bietet der Vorbereitungsdienst somit eine finanzielle Absicherung, auch wenn das Einkommen unter dem späteren Lehrergehalt liegt.

Kritik

Der Vorbereitungsdienst steht zunehmend in der Kritik, da viele Referendare die Belastung als sehr hoch empfinden. Aktuelle Studien zeigen deutliche gesundheitliche Auswirkungen. Laut einer Untersuchung berichten rund 70 Prozent der angehenden Lehrkräfte von gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Ein großer Teil stellt zudem eine Verschlechterung des psychischen und körperlichen Zustands während des Referendariats fest.

Als Hauptursachen gelten hoher Leistungsdruck, enge Zeitpläne und anspruchsvolle Prüfungsanforderungen. Besonders Unterrichtsbesuche und Lehrproben erzeugen Stress, da sie stark bewertet werden. Viele Referendare kritisieren zudem intransparente Prüfungsverfahren und unklare Bewertungskriterien. Auch die intensive Vorbereitung auf Unterrichtsbesuche führt häufig zu Überlastung.

Hinzu kommt, dass Erholungsphasen oft fehlen und die Work-Life-Balance leidet. Ein erheblicher Teil der Referendare hat wenig Zeit für private Aktivitäten. Die Folgen zeigen sich auch in der Berufszufriedenheit: Ein Teil der angehenden Lehrkräfte würde den Beruf rückblickend nicht erneut wählen. Diese Entwicklungen verstärken die Diskussion über Reformen im Vorbereitungsdienst.

Häufige Fragen

  1. Was ist der Vorbereitungsdienst für Lehrer?
  2. Der Vorbereitungsdienst für Lehrer ist die zweite Phase der Lehrerausbildung und folgt auf das Studium. Er bereitet gezielt auf den Berufsalltag vor und verbindet Theorie mit Praxis.

  3. Wie lange dauert der Vorbereitungsdienst für Lehrer?
  4. Der Vorbereitungsdienst für Lehrer dauert in der Regel zwischen 18 und 24 Monaten. Die genaue Dauer hängt vom jeweiligen Bundesland ab.

  5. Wie läuft der Vorbereitungsdienst für Lehrer ab?
  6. Der Vorbereitungsdienst für Lehrer beginnt meist mit Hospitationen und führt schrittweise zum eigenständigen Unterricht. Parallel finden Seminare und Unterrichtsbesuche statt.

  7. Welche Kompetenzen werden im Vorbereitungsdienst für Lehrer vermittelt?
  8. Im Vorbereitungsdienst für Lehrer werden didaktische, pädagogische und organisatorische Kompetenzen vermittelt. Diese sind entscheidend für den späteren Schulalltag.

  9. Wie viel verdienen Referendare im Vorbereitungsdienst für Lehrer?
  10. Im Vorbereitungsdienst für Lehrer erhalten Referendare Anwärterbezüge. Die Höhe variiert je nach Bundesland und Schulform.

Autor
Antonia Knobel

Antonia Knobel

Autorin

Antonia Knobel studiert Geographie und Kommunikationswissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg. Ihr Interesse für redaktionelles Schreiben und Journalismus kombiniert sie mit ihrem ehrenamtlichen Engagement in einer sozialen Einrichtung. Diese Erfahrungen wecken ihr Interesse an sozialen Themen, das sie in ihre Arbeiten einfließen lässt.

Quellen
  1. Deutsches Schulportal, „Lehrerbildung: Die wichtigsten Fragen rund um das Referendariat“, https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/lehrerbildung-die-wichtigsten-fragen-rund-um-das-referendariat/ (letzter Zugriff am 28.04.2026).
  2. Fit4Ref, „Vorbereitungsdienst Lehramt“, https://www.fit4ref.de/referendariat/vorbereitungsdienst-lehramt.html (letzter Zugriff am 28.04.2026).
  3. Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), „Vorbereitungsdienst“, https://www.gew.de/vorbereitungsdienst (letzter Zugriff am 28.04.2026).
  4. Iurratio, „Von der Uni zum Referendariat: So meisterst du den Übergang“, https://iurratio.de/journal/von-der-uni-zum-referendariat-so-meisterst-du-den-uebergang (letzter Zugriff am 28.04.2026).

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