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Motivation ist ein wichtiger Bestandteil unseres täglichen Lebens. Mit ihrer Hilfe schaffen wir es auch in schwierigen Situationen, Ausdauer zu zeigen und sie so zu meistern. Aber wie entsteht Motivation eigentlich? Der folgende Text beschäftigt sich mit dieser Frage und erklärt, welche Faktoren sich positiv auf Motivation auswirken können.
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Definition
Der Begriff Motivation kann unterschiedlich definiert werden. Der Psychologe Heinz Heckhausen beschrieb sie als keine konstante Eigenschaft, sondern einen aktuellen Zustand, der durch die Aktivierung eines zugrunde liegenden Motivs ausgelöst wird. Ein Motiv wiederum ist eine überdauernde Tendenz, nach bestimmten Zielen zu streben, etwa Leistung, Macht oder sozialer Anschluss. Man geht also davon aus, dass Motivation in dem Zusammenspiel von einer motivierten Position und einer motivierenden Situation entsteht.
Motivation – Hintergrund
Der Blick auf das Feld der Motivation hat sich in der Psychologie über die Zeit gewandelt. Frühere Ansätze wie jene von Freud oder McDougall betrachteten sie als Ausdruck angeborener Triebe. Neuere Theorien wie die klassische Motivationstheorie legen stärkeres Gewicht auf kognitive und soziale Faktoren.

Grundlagen von Motivation
In der klassischen Motivationstheorie wird davon ausgegangen, dass sich Motivation aus der Kombination der Stärke eines Wunsches und der wahrgenommenen Realisierbarkeit ergibt. Nur wenn beides in ausreichendem Maß vorhanden ist, kann sie entstehen. Motivation beeinflusst darüber hinaus, ob und wie lange Menschen ein Ziel verfolgen, wie viel Energie sie investieren und wie sie mit Rückschlägen umgehen. Dabei ist nicht nur die Frage entscheidend, ob sie vorhanden ist, sondern auch, wie sie beschaffen ist.
Intrinsische vs. extrinsische Motivation
Motivation kann sowohl intrinsisch als auch extrinsisch entstehen. Intrinsische Motivation entsteht aus der Aufgabe selbst heraus, beispielsweise weil diese als besonders sinnhaft oder erfüllend wahrgenommen wird. Eine Tätigkeit wird hier also um ihrer selbst Willen ausgeführt. Beispiele hierfür sind das Spielen eines Musikinstruments aus Freude oder das Lernen aus Interesse. Intrinsisch motivierte Personen zeigen tendenziell mehr Ausdauer, Zufriedenheit und Leistungsqualität.
Extrinsische Motivation dagegen basiert auf äußeren Anreizen, etwa Geld, Lob oder Anerkennung. Die Handlung dient in diesem Fall dazu, eine Belohnung zu erhalten oder eine Bestrafung zu vermeiden. Extrinsische Anreize können kurzfristig wirkungsvoll sein, wirken jedoch nicht immer nachhaltig und können in bestimmten Fällen sogar die intrinsische Motivation verdrängen – ein Phänomen, das als „korrumpierender Effekt“ bekannt ist.
Einsatz von Motivation
Motivation spielt eine zentrale Rolle in pädagogischen, sozialen und psychologischen Arbeitsfeldern. In der Bildungsarbeit und Kindheitspädagogik beeinflusst sie Lernverhalten, Zielverfolgung und die Bereitschaft, Schwierigkeiten zu überwinden. In der sozialen Arbeit trägt sie dazu bei, Klientinnen und Klienten zu aktivieren, beispielsweise bei der Integration in den Arbeitsmarkt oder bei der Entwicklung gesundheitsförderlicher Gewohnheiten. Auch in der Arbeitswelt ist Motivation entscheidend für Leistung, Zufriedenheit und die Bindung an das Unternehmen. Führungskräfte müssen dementsprechend geeignete Bedingungen schaffen, um sie langfristig zu fördern.
Aus der Arbeitspsychologie gibt es zahlreiche Studien dazu, wie man Motivation am Arbeitsplatz steigern kann. Wichtige Erkenntnisse hierzu sind beispielsweise durch das Job-Characteristics-Model erreicht worden. Mit diesem Modell konnte man darstellen, dass gut gestaltete Arbeitsaufgaben intrinsische Motivation fördern, wenn sie bestimmte Merkmale aufweisen. Entscheidend ist zum einen die Abwechslung. Monotone Tätigkeiten senken sie, während vielfältige Aufgaben anregend wirken. Ebenso wichtig ist die Ganzheitlichkeit. Mitarbeitende sollten sich für einen vollständigen Arbeitsprozess verantwortlich fühlen, um Sinn und Identifikation zu erleben.
Die subjektiv empfundene Bedeutsamkeit der Aufgabe spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Wer das Gefühl hat, einen wertvollen Beitrag zu leisten, zeigt mehr Engagement. Autonomie fördert das Gefühl von Selbstwirksamkeit, indem Mitarbeitende eigene Entscheidungen treffen und Arbeitsprozesse mitgestalten können. Schließlich stärkt regelmäßiges Feedback die Motivation, da es Leistung sichtbar macht und Lernprozesse ermöglicht. Entscheidend ist dabei stets die individuelle Passung der Arbeitsmerkmale zum einzelnen Mitarbeiter und dessen Persönlichkeitseigenschaften.
Warum motivieren vollständige Aufgaben?
Für die Motivation spielt die Vollständigkeit einer Aufgabe eine wichtige Rolle. Man unterscheidet hier die sogenannte hierarchische von der sequenziellen Vollständigkeit. Hierarchisch bedeutet, dass verschiedene Teile einer Aufgabe mit unterschiedlicher Komplexität alle von einer Person erledigt werden. Die sequenzielle Vollständigkeit beschreibt, dass nicht nur die Aufgabe selbst sondern auch ihre Planung, Vor- und Nachbereitung von derselben Person erledigt wird. Beide Aspekte sind Teil der sogenannten Aufgabengeschlossenheit (task identity), welche mit einer höheren Motivation verbunden ist.
Umsetzung
Zur Förderung der intrinsischen Motivation haben sich bestimmte Wege bewährt. Diese beinhalten vor allem Autonomie, Kompetenz und soziale Eingebundenheit und bilden die Grundlage für ein selbstbestimmtes Handeln. Zur Förderung extrinsischer Motivation eignen sich materielle und nicht materielle Anreize, etwa Zielvereinbarungen, Bonuszahlungen oder verbales Lob.
Ziele von Motivation
Ziel der Motivationsförderung ist es, Menschen in ihrem Handeln zu unterstützen, sodass sie eigene Potenziale entfalten, Herausforderungen meistern und langfristige Ziele verfolgen. In der Arbeit von Pädagogen kann dadurch Lernfreude, Selbstwirksamkeit und Durchhaltevermögen gestärkt werden. In der sozialen Arbeit hilft Motivation, Veränderungsprozesse anzustoßen, Resignation zu überwinden und Selbstverantwortung zu fördern. Während die Intrinsische keine finanziellen Kosten verursacht, erfordert die Förderung der Extrinsischen oft materielle Ressourcen. Allerdings ist die Wirkung externer Anreize gut belegbar, insbesondere bei standardisierten Tätigkeiten mit klar definierten Ergebnissen.
Betrachtung
In der heutigen Motivationsforschung betonen Psychologen, dass Motivation kein statischer Zustand, sondern ein dynamisches Zusammenspiel aus individuellen Motiven, situativen Bedingungen und kognitiven Bewertungen ist. Entscheidend für den Erfolg ist, dass Menschen sich mit ihren Zielen identifizieren können und das Gefühl haben, über Handlungsspielräume zu verfügen.
Kritisch wird die Annahme diskutiert, dass extrinsische Belohnungen mitunter dazu führen können, dass ursprünglich freiwillige Handlungen als „erkauft“ wahrgenommen und die Motivation dadurch sinken könnte. Neuere Untersuchungen konnten dies nicht in Gänze bestätigen und sprechen eher für einen komplexeren Einfluss durch extrinsische Einflüsse.
Häufige Fragen
- Was genau ist Motivation?
- Wie kann ich mich motivieren?
Motivation ist keine Eigenschaft, die nur in einem Menschen selbst verankert ist. Vielmehr entsteht sie aus dem Zusammenspiel der persönlichen Motive einer Person und den verschiedenen Situationen, in denen sie sich im Leben befindet.
Eine Möglichkeit seine Ziele besser zu verfolgen und auf dem Weg nicht die Motivation zu verlieren ist das SMART-Prinzip. Es steht für:
Spezifisch: Das Ziel sollten möglichst genau und einfach formuliert werden.
Messbar: Vorab sollte festgelegt werden an was der Erfolg gemessen wird.
Attraktiv: Man sollte das Ziel selbst als erstrebenswert wahrnehmen.
Realistisch: Das Ziel sollte in dem Zeitrahmen und Kontext realistisch umsetzbar sein.
Terminiert: Ein genauer zeitlicher Plan der auch das Erreichen untergeordneter Ziele festhält kann helfen, die Orientierung zu wahren.
- WPGS, “Psychologische Arbeitsgestaltung: Job-Characteristics-Model”, https://wpgs.de/... (Abrufdatum: 09.01.2025)
- WPGS, “Intrinsische Motivation und extrinsische Motivation”, https://wpgs.de/... (Abrufdatum: 09.01.2025)

