
Inhaltsverzeichnis
Die Möglichkeit als Grundschullehrer ohne Studium zu arbeiten, stellt angesichts des Mangels an Lehrkräften in Deutschland eine spannende Option da. Im Jahr 2023 konnten fast 50 Prozent der Schulen offene Stellen nicht besetzen. Laut Angaben der Kultusministerkonferenz soll der Lehrkräftemangel dabei noch bis 2033 spürbar sein.
Obwohl sich vor allem in Grundschulen die Lage bereits früher entspannen soll, bieten sich aktuell auch hier für Personen ohne klassisches Lehramtsstudium verschiedene Möglichkeiten des Quereinstiegs. Mehr Informationen zum Weg ins Lehramt an Grundschulen ohne Studium erläutert daher dieser Text.
Inhaltsverzeichnis
Wann kann man Grundschullehrer werden ohne Studium?
Der Weg zum Grundschullehrer ohne Studium ist bisher nicht der Standard und kann nur unter bestimmten Voraussetzungen bestritten werden. Es gibt in einigen Bundesländern beispielsweise die Option, nach dem Abschluss einer Berufsausbildung mit entsprechendem fachlichem Bezug als Lehrkraft an Grundschulen tätig zu werden. Meist ist es dabei notwendig, sich vor dem Start in den Schuldienst im Bereich Lehre und Pädagogik weiterzubilden.
Interessenten mit Hochschulabschluss
Für Interessenten, die bereits über einen Hochschulabschluss verfügen, jedoch kein klassisches Lehramtsstudium absolviert haben, gibt es häufig mehr Möglichkeiten mittels Quer- oder Seiteneinstieg als Lehrkraft tätig zu werden. Auch in diesem Fall sind zum Teil weitere Qualifizierungsmaßnahmen notwendig.
Persönliche Voraussetzungen
Als Grundschullehrer trägt man eine große Verantwortung für die Bildung und Entwicklung der Schülerinnen und Schüler. Wissen in den Bereichen Didaktik und Kommunikation ist daher essenziell, um die Lerninhalte verständlich zu vermitteln. Geduld und Empathie sind ebenso wichtig, da jedes Kind individuelle Bedürfnisse und Lerngeschwindigkeiten hat.
Zudem erfordert der Beruf Organisationstalent, Kreativität und Flexibilität, um einen abwechslungsreichen Unterricht zu gestalten, eine optimale Lernatmosphäre zu schaffen und auf unerwartete Herausforderungen richtig reagieren zu können. Ein hohes Maß an Engagement und Belastbarkeit sind ebenfalls gefragt, da die Arbeit über den Unterricht hinausgehende Aufgaben wie Elternarbeit und organisatorische Tätigkeiten umfasst.
Mindestanforderungen der Bundesländer
Der Quereinstieg in das Grundschullehramt ohne Studium hängt nicht allein von persönlichen Kompetenzen oder pädagogischer Eignung ab, sondern wird maßgeblich durch landesspezifische rechtliche Vorgaben, formale Qualifikationsanforderungen und dienstrechtliche Regelungen bestimmt. Die folgende Tabelle zeigt die Gemeinsamkeiten der Bundesländer beim Quereinstieg als Grundschullehrer ohne Studium:
| Gemeinsamkeit | Beschreibung |
|---|---|
| Kein Standardweg in allen Ländern | Es gibt keine bundesweit einheitliche Regelung; viele Länder verweisen auf eigene Programme und Voraussetzungen. |
| Einstieg nur als Ausnahme bei Bedarf | Wo der Einstieg ohne Studium zugelassen wird, geschieht dies typischerweise wegen Personalbedarf und in klar begrenzten Modellwegen. |
| Berufsausbildung als Mindestbasis | Wenn ein Einstieg ohne Studium möglich ist, bildet meist eine abgeschlossene Berufsausbildung (z.B. als Erzieher) oder eine pädagogische Qualifikation die Grundlage. |
| Eignungsnachweis für Unterricht | Programme knüpfen den Einsatz meist an nachweisbare fachliche Eignung, z.B. für bestimmte Jahrgänge oder Fächeranteile. |
| Verpflichtende pädagogische Qualifizierung | Einführungskurse und berufsbegleitende Qualifizierungen gehören in solchen Wegen fast immer dazu. |
| Start häufig im Angestelltenverhältnis | Der Einstieg erfolgt in der Praxis meist angestellt und oft zunächst befristet, nicht sofort als reguläre Lehrkraftlaufbahn. |
| Verbeamtung meist nicht realistisch | Ohne Studium bleibt eine Verbeamtung in der Regel ausgeschlossen oder an zusätzliche formale Qualifikationen gebunden. |
Grundschullehrer werden ohne Studium – Ablauf
In Deutschland gibt es keine einheitliche Regelung, ob und unter welchen Bedingungen Grundschullehrer ohne Studium tätig werden können. Einige Bundesländer ermöglichen in Ausnahmefällen eine Lehrtätigkeit ohne Hochschulabschluss (HSA), insbesondere in Mangelfächern oder bei entsprechender beruflicher Qualifikation. Meist ist eine abgeschlossene Berufsausbildung mit fachlichem Bezug erforderlich.
Generell bleibt der Einstieg ohne Studium aber eine Ausnahme. Die Regelungen in den unterschiedlichen Bundesländern sind daher zur Übersicht in der nachfolgenden Tabelle genauer dargestellt:
| Bundesland | Notwendigkeit Hochschulabschluss | Aussichten auf Verbeamtung | Besonderheiten |
| Baden-Württemberg | Notwendig | Möglich | Berufsbegleitende zweijährige pädagogische Qualifizierung mit anschließendem Bewährungsjahr |
| Bayern | Notwendig | Möglich | Besondere Möglichkeiten wie z.B. Zweitqualifizierung |
| Berlin | Notwendig | Flexible Altersgrenzen für die Verbeamtung von Quereinsteigern | Höchste Quote an Quereinsteigern deutschlandweit; häufig berufsbegleitende Qualifikation |
| Brandenburg | Ohne HSA Einstellung nur als Lehrkraft ohne Lehramtsbefähigung | Möglich (für Anwärter mit HSA) | Vertiefte fachdidaktische Qualifizierung (80 h) für Lehrkräfte ohne HSA |
| Bremen | Notwendig | Möglich | / |
| Hamburg | Notwendig | Flexible Altersgrenzen für die Verbeamtung | Umfangreiche Qualifizierungsprogramme |
| Hessen | Notwendig | Möglich | / |
| Mecklenburg-Vorpommern | Nicht notwendig | Möglich (für Anwärter mit HSA) | Abgeschlossene Berufsausbildung mit dreijähriger Arbeitserfahrung notwendig, weitere Qualifizierungsmaßnahmen über die Seiteneinstiegsqualifizierung |
| Niedersachsen | Notwendig | Möglich | / |
| Nordrhein-Westfalen | Nur als befristet beschäftigte Vertretungslehrer im Rahmen des VERENA Programms | / | Kein Seiteneinstieg an Grundschulen möglich |
| Rheinland-Pfalz | Notwendig | / | Kein Quereinstieg an Grundschulen möglich |
| Saarland | Notwendig | Möglich | Kein Quereinstieg an Grundschulen möglich |
| Sachsen | Notwendig | Möglich | Einstellung ohne HSA nur an Förderschulen möglich |
| Sachsen-Anhalt | Nicht notwendig | Möglich (für Anwärter mit HSA) | Voraussetzung: Realschulabschluss und staatlich anerkannte Ausbildung als Erzieher + drei Jahre Arbeitserfahrung als pädagogischer Mitarbeiter |
| Schleswig-Holstein | Notwendig | Möglich | Unterscheidung zwischen Quer- und Seiteneinstieg ist zu beachten |
| Thüringen | Notwendig | Möglich | / |
Weiterführende Informationen der jeweiligen Bundesländer
Verbindliche Informationen zu den jeweiligen Regelungen bieten die Kultus- und Bildungsministerien der Länder. Dort finden Interessenten aktuelle Hinweise zu Voraussetzungen, Bewerbungsverfahren und Qualifizierungswegen:
- Bayern: Informationen zum Quereinstieg
- Baden-Württemberg: Voraussetzungen für den Seiteneinstieg
- Berlin: So geht der Quereinstieg in Berlin
- Brandenburg: Seiteneinstieg in den Schuldienst
- Bremen: Der alternative Weg ins Lehramt
- Hamburg: Der Quereinstieg in den Vorbereitungsdienst
- Hessen: Bewerbungsverfahren für den Quereinstieg
- Mecklenburg-Vorpommern: Es wird unterschieden zwischen Quereinstieg und Seiteneinstieg
- Niedersachsen: Voraussetzungen für den Quereinstieg, direkter Einstieg in den Schuldienst
- Nordrhein-Westfalen: Der Seiteneinstieg in NRW
- Rheinland-Pfalz: Fachliche Eignung für den Quer- und Seiteneinstieg
- Saarland: In Saarland gibt es den Quereinstiegnur in geringem Umfang an berufsbildenden Schulen
- Sachsen: Zum Seiteneinstieg
- Sachsen-Anhalt: Seiteneinstieg in den Lehrerberuf
- Schleswig-Holstein: Quer- und Seiteneinstieg
- Thüringen: Seiteneinstieg in den Lehrerberuf
Kann man als Grundschullehrer ohne Studium verbeamtet werden?
Die Verbeamtung ist für viele junge Lehrerinnen und Lehrer ein wichtiger Meilenstein in ihrer Karriere und ist oftmals auch ein Argument für die Entscheidung, in diesem Beruf tätig zu werden. Prinzipiell ist eine Verbeamtung für Grundschullehrer ohne klassisches Lehramtsstudium nach einer erfolgreichen Qualifikation für den Beruf möglich. Allerdings ist es hierbei wichtig, darauf zu achten, welche Altersgrenzen in dem jeweiligen Bundesland für die Verbeamtung gelten. Einige Bundesländer haben diese Grenze angehoben, um mehr Quereinsteiger zu gewinnen.
Die Verbeamtung ist zudem an die zugrundeliegende Qualifikation des angehenden Grundschullehrers gebunden und häufig nur mit vorhandenem anderweitigem Hochschulabschluss möglich.
Grundschullehrer werden ohne Studium – Gehalt
Je nach Bundesland werden Grundschullehrer ohne Studium unterschiedlich bezahlt. Während des Referendariats ist für angehende Lehrer allgemein je nach Bundesland und Schulform ein Bruttoverdienst von 1.400 bis 1.600 Euro monatlich erzielbar. Fertig ausgebildete Lehrkräfte erhalten im Anschluss dann einen höheren Verdienst.
Für Grundschullehrer ohne Studium spielt hierbei vor allem die Verbeamtung eine Rolle. Je nach Eingruppierung variiert demnach auch das eigene Gehalt. In Grund-, Haupt- und Realschulen erfolgt dabei üblicherweise eine Bezahlung nach Besoldungsgruppe A12 oder A13. Als Quereinsteiger kann es jedoch vorkommen, dass eine niedrigere Eingruppierung vorgenommen wird. Diese kann ein bis zwei Entgeltstufen unterhalb der üblichen Besoldungsgruppe liegen. Angestellte Lehrer wiederum werden nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) bezahlt.
In Sachsen-Anhalt werden Grundschullehrer ohne Hochschulabschluss beispielsweise in die Entgeltgruppe E9b TV-L (Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder) eingeteilt und können entsprechend mit einer Entlohnung von 3.520,10 bis 4.878,28 Euro brutto im Monat rechnen.
Grundschullehrer/in Stellenangebote
Grundschullehrer werden ohne Studium – Alternativen
Der Quereinstieg in das Grundschullehramt ohne Studium bleibt rechtlich anspruchsvoll und ist nicht in jedem Bundesland realisierbar. Sollte dieser Weg nicht möglich sein, eröffnen sich dennoch mehrere berufliche Alternativen im Bildungs- und Sozialbereich.
Mögliche Alternativen sind unter anderem Tätigkeiten als Schulbegleiter, pädagogische Fachkraft im Ganztagsbereich oder Mitarbeit in der offenen Kinder- und Jugendhilfe. Auch die Arbeit in Förder- und Betreuungseinrichtungen, bei Bildungsträgern oder in der Erwachsenenbildung bietet Anschlussmöglichkeiten.
Darüber hinaus besteht die Option, ein verkürztes oder berufsbegleitendes Studium aufzunehmen, um langfristig eine formale Lehrbefähigung zu erwerben. Einige Bundesländer fördern diesen Weg gezielt, um dem Lehrkräftemangel strukturell zu begegnen.
Passende Jobs für Lehrer
Passende Stellen für Lehrer findet man bei Sozial-Karriere. Hier gibt es Stellen als Grundschullehrer, Jobs für Fachlehrer sowie Stellenangebote für Schulbegleiter.
- Quereinstieg und Sondermaßnahmen, https://www.lehrer-werden.bayern/... (Abrufdatum: 24.04.2025)
- Quereinstieg in den Lehrberuf, https://www.berlin.de/... (Abrufdatum: 24.04.2025)
- Grundlegende Informationen zum Direkteinstieg Grundschule, https://lehrer-online-bw.de/... (Abrufdatum: 24.04.2025)
- Qualifizierung von Lehrkräften ohne Lehramtsbefähigung für den Schuldienst im Land Brandenburg in Abhängigkeit von Vorqualifikationen, https://mbjs.brandenburg.de/... (Abrufdatum: 24.04.2025)
- Quereinstieg in den Vorbereitungsdienst an Allgemeinbildenden Schulen, https://www.hamburg.de/... (Abrufdatum: 24.04.2025)
- Seiteneinstieg ohne Hochschulabschluss an Grundschulen (E-Stellen), https://landesschulamt.sachsen-anhalt.de/... (Abrufdatum: 24.04.2025)
- Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder 2025, https://oeffentlicher-dienst.info/... (Abrufdatum: 24.04.2025)
- Lehrkräftemangel und -überschuss: eine unendliche Geschichte, https://www.bpb.de/... (Abrufdatum: 24.04.2025)
- Seiteneinstiegsqualifizierung (SEQ), https://www.lehrer-in-mv.de/... (Abrufdatum: 24.04.2025)
- Vertretungseinstellung und andere befristete Beschäftigung nach Angebot, https://www.schulministerium.nrw/... (Abrufdatum: 24.04.2025)








