Dorfhelfer leisten einen wertvollen Beitrag für Familien in ländlichen Regionen, die sich in einer schwierigen Lebenslage befinden. Wenn der Alltag nicht mehr allein zu bewältigen ist, springen sie ein. Mit viel Einfühlungsvermögen, Organisationstalent und praktischer Kompetenz unterstützen sie Menschen jeden Alters, erhalten Strukturen aufrecht und sorgen dafür, dass das Leben weitergeht.
Der folgende Artikel gibt einen umfassenden Einblick darüber, was genau in diesem Beruf dazugehört, wie die Weiterbildung zum Dorfhelfer abläuft und für wen sie geeignet ist.
Was macht man als Dorfhelfer?
Dorfhelfer unterstützen Familien in ländlichen Regionen, wenn diese durch Krankheit, Arbeitsunfähigkeit oder andere Notlagen vorübergehend ihren Alltag nicht alleine bewältigen können. In solchen Situationen übernimmt der Dorfhelfer die Weiterführung des Haushalts mit dem vorhandenen Budget und sorgt dafür, dass der gewohnte Ablauf so gut wie möglich erhalten bleibt. Dazu gehören die Versorgung und Betreuung von Kindern oder Pflegebedürftigen, das Erledigen alltäglicher Aufgaben sowie auch leichte handwerkliche Tätigkeiten. Auch die Unterstützung im landwirtschaftlichen Bereich des Haushalts ist möglich.
Wie läuft die Weiterbildung zum Dorfhelfer ab?
Die Weiterbildung zum Dorfhelfer ist eine landesrechtlich geregelte berufliche Fortbildung, die in der Regel an Fachschulen für Hauswirtschaft oder vergleichbaren Einrichtungen stattfindet. Die Teilnehmer erlernen in dieser Weiterbildung umfassende Kenntnisse in Haushaltsführung, Betreuung, Pflege und Organisation ländlicher Familienhaushalte in Ausnahmesituationen. Am Ende der Ausbildung steht eine staatliche Abschlussprüfung, mit deren erfolgreichem Abschluss man die Bezeichnung staatlich geprüfter und anerkannter Dorfhelfer erhält.

Zugangsvoraussetzungen
Um die Weiterbildung zum Dorfhelfer beginnen zu können, wird in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Studium in einem verwandten Beruf, zum Beispiel Hauswirtschafter, vorausgesetzt. Außerdem muss in diesem Beruf bereits ein Jahr Berufserfahrung vorliegen.
Alternativ ist der Einstieg in die Weiterbildung zum Dorfhelfer auch ohne formale Ausbildung möglich, wenn bereits mindestens fünf Jahre Berufserfahrung vorliegen. Ein Hauptschulabschluss oder die Mittlere Reife wird dabei ebenfalls vorausgesetzt.
Außerdem ist oft auch ein Führerschein sowie die Bereitschaft zu reisen erforderlich, da Einsätze meist in verschiedenen Haushalten erfolgen. Zusätzlich kann auch ein ärztliches Attest über die gesundheitliche Eignung, ein amtliches Führungszeugnis und, bei Tätigkeiten im Umgang mit Lebensmitteln, eine Bescheinigung vom Gesundheitsamt benötigt werden.
Dauer und Aufbau
Die Weiterbildung zum Dorfhelfer dauert je nach Bundesland und Bildungsweg in der Regel ein bis zwei Jahre. Mit der Fachhochschulreife kann sich die Ausbildungsdauer um ein halbes Jahr verkürzen. Die Weiterbildung kann dabei in Vollzeit, über ein bis zwei Jahre, oder in Teilzeit, über etwa 22 Monate, abgeschlossen werden. Die berufsbegleitende Teilnahme ist ebenfalls möglich.
Die Weiterbildung beinhaltet theoretische und praktische Inhalte. Praktika im Rahmen der Weiterbildung finden in verschiedenen Einrichtungen statt, darunter Kinder-, Alten- und Krankenpflege, Dorfhelferstationen, Familienhaushalte und landwirtschaftliche Betriebe.
Der theoretische Unterricht erfolgt oft in 14 Blockwochen und kann durch begleitenden Online-Unterricht ergänzt werden. Die Weiterbildung endet mit einer staatlichen Abschlussprüfung, die aus einem schriftlichen, einem praktischen und teilweise auch aus einem mündlichen Teil besteht. Die Prüfung kann folgende Prüfungsbereiche enthalten:
- Hauswirtschaftliche Betreuungsleistungen und Kommunikation
- Hauswirtschaftliche Versorgungsleistungen
- Berufliche und rechtliche Rahmenbedingungen
Inhalte der Weiterbildung
Die Weiterbildung zum Dorfhelfer vermittelt sowohl fachspezifische als auch fachübergreifende Kompetenzen, die für die vielfältigen Aufgaben im Berufsalltag erforderlich sind. Der Lehrplan kombiniert theoretisches Wissen mit praxisnaher Ausbildung und bereitet auf die Arbeit in verschiedenen Einsatzbereichen vor. Ergänzt wird der Lehrplan durch weitere fachübergreifende Fächer des Wahlpflichtbereiches (WPF).
| Fachspezifisch | Fachübergreifend |
| hauswirtschaftliches Management | betriebliche Kommunikation |
| Versorgungsleistungen | Betriebswirtschaftslehre |
| Ernährungslehre | WPF: Ethik/Religionslehre |
| Pädagogik und Psychologie | WPF: Kunsterziehung |
| Betreuungsleistungen, Sozialwesen | WPF: Werkerziehung |
| Gesundheitslehre und häusliche Pflege | |
| Berufs- und Rechtskunde | |
| Unternehmensführung in der Landwirtschaft | |
| Hausgartenbau | |
| Informationstechnik |
Passt die Weiterbildung als Dorfhelfer zu mir?
Für die Weiterbildung zum Dorfhelfer gibt es einige wichtige Softskills, darunter grundsätzliche Freude am Umgang mit Menschen und ein gutes Verständnis für soziale Dynamiken. Dorfhelfer sollten effizient mit verschieden Personengruppen zusammenarbeiten können, darunter Kinder, ältere Menschen und Menschen in Krisensituationen. Dazu gehören Kommunikationsstärke und Empathie, sowie auch ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein. Wichtig sind außerdem Fähigkeiten zur Problemlösung und Konfliktbewältigung und eine eigenständige und strukturierte Arbeitsweise. Auch der sichere Umgang mit technologischen Hilfsmitteln, zum Beispiel für die Haushaltsführung oder Dokumentation, und Grundkenntnisse in Verwaltung und Organisation sind von Vorteil.
Dorfhelfer – Kosten der Weiterbildung
Die Weiterbildung zum Dorfhelfer wird in der Regel nicht vergütet, da es sich um eine schulische Weiterbildung handelt. Schulgeld muss dabei nicht gezahlt werden, jedoch fallen meist andere Kosten an, die je nach Bildungsstätte variieren können. So können zum Beispiel von einigen Trägern Kursgebühren, Kosten für Unterkunft und Verpflegung und auch Prüfungsgebühren anfallen, die insgesamt zwischen 1.400 Euro und 2.400 Euro betragen können.
Es ist jedoch auch möglich, bestimmte Förderungsmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen, wie zum Beispiel das Aufstiegs-BAföG oder Unterstützung durch Träger wie diakonische Einrichtungen.
Dorfhelfer – Gehalt im Berufsleben
Nach erfolgreichem Abschluss der Weiterbildung können Dorfhelfer mit einem durchschnittlichen Monatsgehalt von 2.824 Euro brutto rechnen. In der Regel liegt das Dorfhelfer-Gehalt zwischen 27.400 Euro und 38.700 Euro jährlich, also zwischen 2.283 Euro und 3.225 Euro monatlich. In kirchlichen oder sozialen Einrichtungen wie der Caritas erfolgt die Bezahlung häufig nach Tarif.
Dorfhelfer/in Stellenangebote
Wie sieht das Berufsleben als Dorfhelfer aus?
Der Berufsalltag eines Dorfhelfers ist sehr vielseitig und orientiert sich am konkreten Bedarf der Familien, die Unterstützung benötigen. Zu den häufigsten Aufgaben gehören die Organisation des Tagesablaufs, Hausaufgabenhilfe für Kinder und die allgemeine Haushaltsführung, zum Beispiel Einkaufen, Kochen, Putzen oder Waschen. Auch Gartenarbeit kann in die Aufgaben des Dorfhelfers fallen.
In landwirtschaftlichen Betrieben helfen Dorfhelfer bei der Ernte von Obst und Gemüse, versorgen Tiere oder unterstützen im Hofladen. Sie arbeiten dort, wo Hilfe gebraucht wird, also sowohl in der Küche, Wohn- und Wirtschaftsräumen als auch im Stall, an Verkaufsständen oder im Büro.
Wo kann man als Dorfhelfer arbeiten?
Dorfhelfer finden Beschäftigung in verschiedenen sozialen Einrichtungen und Diensten. Dazu gehören vor allem ambulante soziale Dienste, die Familien im ländlichen Raum unterstützen.
Weitere Arbeitgeber sind Sozialstationen sowie Träger der freien Wohlfahrtspflege, wie etwa Caritas, Diakonie oder andere kirchliche und soziale Organisationen. Auch spezielle Dorfhelferwerke, wie das Evangelische Dorfhelferinnenwerk in Niedersachsen, bieten Einsatzmöglichkeiten.
Arbeitszeiten
Die Arbeitszeiten von Dorfhelfern können sehr flexibel und unregelmäßig sein, da sie vom Einsatzort und von den Bedürfnissen der unterstützten Familie abhängen. Da Dorfhelfer in Ausnahmesituationen einspringen, sind neben der Arbeit tagsüber auch Wochenenden und Abendstunden möglich.
Welche Berufsperspektiven hat man als Dorfhelfer?
Die Berufsperspektiven für Dorfhelfer sind besonders in ländlichen Gebieten sehr gut. Es besteht ein stetig wachsender Bedarf an qualifizierten Fachkräften, die Familien in Krisensituationen zuverlässig unterstützen können.
Dorfhelfer leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der sozialen Infrastruktur im ländlichen Raum, indem sie helfen, den Alltag aufrechtzuerhalten, wenn Familien in Notlagen Unterstützung brauchen. Durch die zunehmenden Herausforderungen in der Familienbetreuung gewinnt der Beruf des Dorfhelfers immer mehr an gesellschaftlicher Bedeutung.
Fort- und Weiterbildung
Der Beruf des Dorfhelfers ist bereits eine berufliche Weiterbildung, dennoch bestehen Möglichkeiten zur weiteren Qualifizierung. Dazu gehört die weitere Wissensvertiefung oder Spezialisierung auf bestimmte Bereiche, wie Familienpflege oder landwirtschaftliche Betriebsunterstützung.
Mit entsprechender Erfahrung und zusätzlichen Qualifikationen sind auch leitende Positionen, etwa in sozialen Einrichtungen oder Dorfhelferstationen, möglich. Zudem besteht die Option, sich selbstständig zu machen und auf Honorarbasis für verschiedene Träger zu arbeiten. Wer sich akademisch weiterentwickeln möchte, kann außerdem ein Studium in Ökotrophologie oder Sozialarbeit aufnehmen.
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