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Rund 1,7 Millionen Menschen waren 2020 mit dem Beamtenstatus im Dienst. Eine Verbeamtung bringt viele Vorteile mit sich, vor allem die finanzielle Sicherheit und die Altersvorsorge. Dafür müssen Beamte auf Flexibilität und ihr Streikrecht verzichten. Für wen lohnt sich der Schritt zur Verbeamtung und welche Rolle spielt die Altersgrenze? Dieser Beitrag zeigt die Vor- und Nachteile als Beamter auf, thematisiert die Altersgrenzen für Beamte und gibt eine Checkliste an die Hand, ob sich eine Verbeamtung lohnt.
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Was ist der Beamtenstatus?
Den Beamtenstatus erhalten Beschäftigte im öffentlichen Dienst. Sie sind durch ein öffentlich-rechtliches Dienst- und Treueverhältnis, auch Beamtenverhältnis genannt, an einen Dienstherren gebunden. Dienstherren können der Bund, die Bundesländer, Landkreise oder Kommunen sein, aber auch kreisfreie Städte oder andere Körperschaften des öffentlichen Rechts wie Universitäten, die Deutsche Rentenversicherung oder die Bundesagentur für Arbeit. Den größten Teil der Beamten machen heute Lehrer aus, gefolgt von Polizisten. Verbeamtet werden auch insbesondere Sachbearbeiter und weitere Mitarbeiter in öffentlichen Verwaltungen.
Das Besondere am Beamtenstatus ist das Dienst- und Treueverhältnis. Das Dienstverhältnis beschreibt das Beschäftigungsverhältnis des Beamten mit dem Dienstherrn, während das Treueverhältnis die Pflichten des Beamten umfasst. Beides gilt ebenso für den Dienstherrn. Er muss für das Wohl seiner Beamten und deren Familien sorgen. Dies zeigt sich vor allem durch die extreme Berufssicherheit und die gesonderte Besoldung der Beamten, deren Gehälter in Tarifverträgen fest geregelt werden.
Unterschied zwischen Beamten und Angestellten im Sozialwesen
Angestellte erhalten einen regulären Arbeitsvertrag, der zum Teil nach Tarifverträgen entlohnt wird. Sie zahlen Beiträge zur Sozialversicherung, zur gesetzlichen Rente und für die Krankenkasse. Ihr Gehalt ist grundlegend verhandelbar und kann mit zunehmendem Aufstieg auf der Karriereleiter schnell steigen. Sie behalten das Streikrecht und können sich gegen schlechte Bezahlung und Arbeitsbedingungen wehren. Ihr Arbeitsplatz ist jedoch abhängig von der wirtschaftlichen Situation des Arbeitgebers. Dafür sind sie flexibler in Bezug auf Arbeitsort und Arbeitszeiten.
Voraussetzungen für einen Beamtenstatus
Für eine Verbeamtung auf Lebenszeit müssen Bewerber eine Vielzahl an Voraussetzungen erfüllen. Zunächst muss die deutsche Staatsangehörigkeit vorliegen, in einigen Bereichen akzeptieren Dienstherren aber auch die Angehörigkeit zu anderen EU- oder Drittstaaten. Der Bewerber darf keine Vorstrafen aufweisen und muss dies entsprechend mit einem Führungszeugnis nachweisen. Ein Ausschlusskriterium ist auch die Überschuldung. In einigen Berufen ist eine Altersgrenze gesetzt, etwa bei der Polizei. Ein gesundheitlicher und teilweise ein körperlicher Eignungstest ist ebenfalls Pflicht, wobei die Eignung ein Amtsarzt bestätigen muss. Die Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen ist hier jedoch verboten.
Nicht zu vernachlässigen ist die berufliche Qualifikation. Je nach angestrebter Laufbahn muss der Bewerber bestimmte Schul- und Studienabschlüsse sowie diverse Vorbereitungsdienste und Ausbildungen vorweisen. Hierdurch erreichet er die nötige Laufbahnbefähigung. Die Qualifikationen müssen in Deutschland oder der EU anerkannt sein. Durch das Treueverhältnis sind Bewerber dazu verpflichtet, einen Schwur des Amtseids abzuleisten. Dabei schwören sie unter Eid, dass sie die freiheitliche demokratische Grundordnung der Bundesrepublik und das Grundgesetz vertreten.
Detaillierte Informationen zu Voraussetzungen und Ablauf der Verbeamtung findest Du hier:
Vorteile eines Beamtenstatus
Der größte Vorteil eines Beamtenstatus ist die abgesicherte finanzielle und gesundheitliche Fürsorge durch den Dienstherrn. Beamten steht ein sicheres und planbares Einkommen zu. Ihre Bezüge erhalten sie jeden Monat im Voraus. Sie steigen ähnlich wie bei Tarifbeschäftigten im Laufe der Zeit automatisch in höhere Gehaltsstufen auf. Durch die Planbarkeit erhalten Beamte einfacher Kredite und Finanzierungen mit besseren Konditionen.
Außerdem ist der Dienstherr zur Beihilfe verpflichtet. Darunter versteht man finanzielle Zuschüsse zu Gesundheitsleistungen, die auch für Familienmitglieder greifen. Beamte müssen dafür zwar häufig in Vorkasse gehen, zahlen im Endeffekt aber nur 20 bis 50 Prozent der Krankenversicherung selbst. Sie haben die Möglichkeit zur privaten Krankenversicherung – ohne dass sie die erforderliche Einkommensgrenze erreichen müssen. Der Anspruch auf Beihilfe gilt auch schon für Beamtenanwärter.
Ein weiterer Pluspunkt ist die exzellente Altersvorsorge durch eine Pension. Diese entspricht etwa 70 Prozent des Bruttogehalts. Nicht zuletzt sind Beamte von der Zahlung der Sozialversicherung befreit. Sie müssen keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, Pflegeversicherung und Arbeitslosenversicherung zahlen. Dadurch bleibt mehr Netto vom Brutto über.
Zudem sind Beamte nahezu unkündbar. Nur bei schweren Verstößen wie Straftaten oder vorsätzlichen Verstößen gegen die Dienstordnung kann ein Disziplinargericht die Entscheidung über die Entfernung aus dem Dienst fällen. Ist das der Fall, verliert der Beamte seine Pensionsansprüche. Gleichzeitig sichert das Verhältnis Beamte bei Dienstunfähigkeit ab.
Nachteile eines Beamtenstatus
Besonders bei der Polizei oder pädagogischen Berufen müssen Beamte mit langen Arbeitszeiten und hoher körperlicher sowie psychischer Belastung rechnen. Beamte haben zudem kein Streikrecht. Durch die feste Eingruppierung in Tarifverträgen sind Gehaltsverhandlungen grundsätzlich ausgeschlossen. Auch eine freie Wahl der Arbeitsortes ist nicht immer gegeben. Insbesondere Lehrer und Polizisten werden oft dort eingesetzt, wo Personalbedarf ist. Bei einem gewünschten Wechsel des Arbeitsorts muss zunächst ein Versetzungsgesuch gestellt werden.
Was viele Menschen nicht wissen: Beamte können nicht frei über ihre genaue Tätigkeit und die Gestaltung ihrer Arbeit entscheiden. Sie bearbeiten die ihnen vom Dienstherren übertragenen Aufgaben ab. Der Raum zur Mitbestimmung ist oft ebenfalls limitiert. Zudem dürfen sie sich nicht aktiv politisch engagieren.
Warum entscheiden sich manche Beschäftigte im Sozialwesen bewusst gegen eine Verbeamtung?
Beschäftigte, die Flexibilität schätzen und weniger formale Hürden bevorzugen, entscheiden sich häufig gegen eine Verbeamtung. Auch Selbstständige und politisch aktive Personen bleiben lieber bei einem normalen Arbeitsverhältnis. Außerdem leisten Beamte häufig unbezahlte Überstunden und müssen hohe Loyalität gegenüber ihrem Dienstherrn aufweisen.
Alles Weitere, was Du über den Beamtenstatus wissen solltest, findest Du in diesem Video:
Altersgrenze für den Beamtenstatus
Die Verbeamtung kann in der Regel nur bis zu einem bestimmten Alter erfolgen. Das begründet sich mit einem ausgewogenen Verhältnis zwischen aktiver Dienst- und passiver Versorgungszeit. Eine allgemeine Altersgrenze gibt es grundsätzlich nicht, weshalb jedes Bundesland seine eigenen Grenzen ziehen kann. Diese liegen zwischen 40 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern und 52 Jahren in Berlin. Lediglich die Bundespolizei und das Bundeskriminalamt sowie die Bundeswehr legen aufgrund der körperlichen Beanspruchung je nach Laufbahn eine niedrigere Altersgrenze fest.
In den letzten Jahren diskutiert die Politik immer wieder über eine Anhebung der Altersgrenze zur Bekämpfung von Personalmangel. Ein Quereinstieg im öffentlichen Dienst ist deswegen immer häufiger möglich.
Praxisbeispiel: Beamtenstatuts eines Sozialpädagogen im Schuldienst
Sozialpädagogen können in bestimmten Bereichen des öffentlichen Dienstes einen Beamtenstatus anstreben. Darunter fällt neben dem Schuldienst das Gesundheitssystem, der Justizvollzug oder die Sozialverwaltung. Voraussetzungen sind hierfür ein abgeschlossenes Studium in Sozialer Arbeit oder Sozialpädagogik mit Diplom oder Bachelor. Die Altersgrenze liegt im Durchschnitt bei 45 Jahren.
Häufig sind mindestens zwei Jahre Berufserfahrung gefordert, insbesondere in dem späteren Arbeitsbereich. Im Schuldienst muss diese Tätigkeit nach Abschluss des Studiums geleistet werden, fachlich an dieses anknüpfen und nach Art und Schwierigkeit der späteren Laufbahn entsprechen. Ziel ist die Befähigung zur selbstständigen Berufsausübung.
Checkliste: Lohnt sich für Dich der Beamtenstatus?
Wenn folgende Aussagen auf Dich zutreffen, lohnt sich eine Verbeamtung für Dich als Fachkraft im Sozialwesen:
- Sicherheit, Stabilität und gute Altersvorsorge haben bei mir hohe Priorität.
- Ich lege Wert auf eine klare Berufsorientierung im öffentlichen Dienst, da mir eine langfristige Beschäftigung dort wichtig ist.
- Ich möchte, dass auch meine Familie von Zuschlägen und Beihilfen profitiert.
- Ich lege hohen Wert auf den einfachen Zugang zu Finanzierungen.
Wenn der Wunsch nach Flexibilität oder der Gedanke an den Wechsel in die Privatwirtschaft vorherrscht, solltest Du Dir die Verbeamtung genau überlegen. Auch aktives politisches Engagement ist nicht mit dem Beamtentum vereinbar.
Weitere Infos über die Laufbahn als Beamter findest Du hier: Beamtenlaufbahn
In welchen Berufen kann ich verbeamtet werden?
Einige Berufe im Sozialwesen haben die Möglichkeit, verbeamtet zu werden. Allerdings solltest Du wissen, dass Verbeamtung immer Ländersache ist. Ob Deine Tätigkeit verbeamtet werden kann, hängt also maßgeblich von dem Bundesland, in dem Du arbeitest, ab.
Von den klassischen Sozialberufen werden im Regelfall lediglich Lehrer und Professoren verbeamtet. Doch auch als Schulpsychologe hast Du eine gute Chance auf Verbeamtung. Bist du Sozialpädagoge, Bewährungshelfer oder Sozialarbeiter im Justizvollzug? Dann hängt die Möglichkeit, verbeamtet zu werden stark vom Bundesland und auch der Einrichtung, in der Du arbeitest, ab. Folgende Tabelle zeigt noch einmal, welche Chance auf Verbeamtung bei welchen Berufen besteht.
| Beruf | Verbeamtung möglich? | Besoldungsgruppe | Tarifvertrag |
|---|---|---|---|
| Lehrer (alle Schulformen) | Ja, sogar der Regelfall | A 12–A 15 | TV-L |
| Professor (FH oder Uni) | Ja, sogar der Regelfall | W 2–W 3 | TV-L |
| Schulpsychologe | Häufig | A 13–A 15 | TV-L |
| Sozialpädagoge an Schulen | Teils (je nach Land) | A 10–A 12 | TV-L |
| Bewährungshelfer | Teils (je nach Land) | A 9–A 11 | TV-L |
| Sozialarbeiter im Justizvollzug | Teils (je nach Land) | A 9–A 11 | TV-L / TVöD |
| Sozialarbeiter in Behörden (z. B. Jugendamt) | Selten, nur in wenigen Ländern | A 9–A 11 | TVöD |
| Erzieher in Beamtenlaufbahn | Selten, nur in wenigen Ländern | A 7–A 9 | TVöD-SuE |
| Heilpädagoge im Schuldienst | Selten, nur in wenigen Ländern | A 10–A 12 | TV-L |
Passende Jobs für Beamte im Sozialwesen
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Häufige Fragen
- Was ist der Kernunterschied zwischen Beamten und Angestellten?
- Welche Voraussetzungen gelten für eine Verbeamtung auf Lebenszeit?
- Für wen lohnt sich eine Verbeamtung im Sozialwesen besonders?
Beamte haben ein Dienst- und Treueverhältnis mit besonderer Fürsorgepflicht des Dienstherrn, sind meist sehr schwer kündbar und erhalten Besoldung. Angestellte haben einen Arbeitsvertrag, zahlen regulär in die Sozialversicherung ein und behalten das Streikrecht.
Typische Voraussetzungen betreffen die Staatsangehörigkeit, keine relevanten Vorstrafen, keine Überschuldung, eine gesundheitliche Eignung, eine passende Qualifikation und das Leisten des Amtseides.
Vor allem für Personen, denen Sicherheit, Stabilität, planbare Karriere und Altersvorsorge wichtig sind. Wer maximale Flexibilität, Wechsel in die Privatwirtschaft oder aktives politisches Engagement priorisiert, sollte die Verbeamtung kritisch abwägen.
- Karriere beim Bund, “Verbeamtung: Bis zu welchem Alter?”, https://karriere.bund.de/... (Abrufdatum: 05.03.2026)
- Berliner Morgenpost, “Altersgrenze: Wann Sie für die Verbeamtung zu alt sind”, https://www.morgenpost.de/... (Abrufdatum: 05.30.2026)
- Hessisches Kultusministerium, “Verbeamtung von Sozialpädagogen”, https://www.gew-gg-mtk.de/... (Abrufdatum: 05.03.2026)
- Versicherungskammer Bayern, “Verbeamtung”, https://www.vkb.de/... (Abrufdatum: 05.03.2026)
- Staatsanzeiger, “Beamter oder Angestellter”, https://www.estellen.de/... (Abrufdatum: 05.03.2026)








